Lösung für Migranten auf Rettungsschiff «Alan Kurdi»

10.09.2019 15:43

Eine Hängepartie ist beendet, die nächste ist bereits im Gange. Fünf

dort verbliebene Migranten dürfen das deutsche Rettungsschiff «Alan
Kurdi» verlassen. Ein geplantes Treffen schürt derweil Hoffnungen auf
eine Lösung für die Verteilung von Bootsflüchtlingen.

Valletta (dpa) - Für die auf dem deutschen Rettungsschiff «Alan
Kurdi» verbliebenen Migranten gibt es nach tagelanger Blockade auf
dem Mittelmeer eine Lösung. Zwei EU-Länder hätten sich zur Aufnahme
der fünf verbleibenden Migranten bereit erklärt, teilte die
maltesische Regierung am Dienstag mit. Die Migranten sollten nicht in
Malta bleiben. Welche Staaten die Menschen übernehmen, blieb unklar.

Das Schiff der Regensburger Organisation Sea-Eye hatte vor etwa zehn
Tagen 13 Migranten auf dem Mittelmeer aufgenommen, die meisten wurden
schon zuvor als Notfälle an Land gebracht. Die Menschen kommen nach
Angaben der NGO aus Tunesien. Sie werden nun von maltesischen
Armeeschiffen an Land gebracht.

Nun ist noch das Rettungsschiff «Ocean Viking» mit 84
Bootsflüchtlinge auf dem Meer blockiert. Das Boot darf - wie so viele
andere Schiffe zuvor - bisher weder in Malta noch in Italien anlegen.

Auf der Suche nach einer Lösung, wie Bootsflüchtlinge innerhalb der
EU verteilt werden sollen, könnte es jedoch bald Fortschritte geben.
Am 23. September hat Malta Vertreter Deutschlands, Frankreichs,
Italiens, des EU-Ratsvorsitzenden Finnland sowie der EU-Kommission in
die maltesische Stadt Vittoriosa eingeladen, wie eine Sprecherin des
maltesischen Innenministeriums bestätigte. Das ursprünglich für den
19. September vorgesehene Treffen hatte zunächst
wegen Terminproblemen verschoben werden müssen.

Die Übergangsregelung soll verhindern, dass Italien und Malta
Schiffen mit geretteten Migranten an Bord weiter die Einfahrt in ihre
Häfen versagen. Beide Länder hatten dies zuletzt mehrfach getan und
gefordert, dass andere EU-Staaten vorher zusagen, alle Migranten an
Bord der Schiffe aufzunehmen. Die Menschen mussten daraufhin oft für
mehrere Wochen auf den Schiffen ausharren.



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