Wiesenhof will Insekten statt Soja an Tiere verfüttern

11.09.2019 14:09

Hannover (dpa) - Der Geflügelfleisch-Marktführer Wiesenhof will
Insektenmehl an seine Tiere verfüttern und so den Sojaanteil im
Futter senken. «Unser Ziel ist es, künftig auf den Zusatz von Soja in
unserem Geflügelfutter so weit wie möglich zu verzichten», sagte der

Chef des Wiesenhof-Mutterkonzerns PHW, Peter Wesjohann, am Mittwoch.
In Protein aus Insekten sehe das Unternehmen eine geeignete
Alternative. «Wir können heute noch nicht sagen, wann wir genau Soja
im Geflügelfutter durch Insektenproteine ersetzen können. Wichtig ist
für uns, dass wir diesen Weg jetzt einschlagen.»

Bisher ist die Nutzung von Insektenmehl im Tierfutter wegen
EU-Vorgaben aus der Zeit der BSE-Krise um die Jahrtausendwende
untersagt. Über seinen kanadischen Partner Enterra beantragte PHW
daher bei der EU-Kommission eine Zulassung von Insektenmehlen in
Geflügel- und Schweinefutter. Der «Neuen Osnabrücker Zeitung»
(NOZ/Mittwoch) sagte Wesjohann: «Mein dringender Appell an die
Europäische Union ist, möglichst schnell die Fütterung von
Insektenmehlen in der europäischen Tierhaltung zu erlauben.»

Als alternative Energiequelle soll die Soldatenfliege herhalten:
Deren Larven zieht das Unternehmen Enterra auf Nahrungsabfällen auf.
Die Insekten wandeln die Nährstoffe des Abfalls in Eiweiß und Fett um
und werden dann gemahlen. «Aus zwei Kilogramm Lebensmittelabfall
können wir ein Kilogramm Insektenmehl gewinnen», sagte Wesjohann der
«NOZ». PHW arbeitet seit August 2018 mit Enterra zusammen.

Der Anbau von Soja ist vor dem Hintergrund großflächiger Rodungen im
Regenwald Südamerikas in die Kritik geraten. Alleine die PHW-Gruppe
verfüttert derzeit pro Jahr 240 000 Tonnen Sojaschrot an Hähnchen,
auch wenn dieses Soja laut Wesjohann zertifiziert ist.



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