Chef des griechischen Registrierlagers Moria gibt auf

11.09.2019 18:05

Athen (dpa) - «Ich gehe mit erhobenem Kopf...Ich bin müde»: Mit
dieser Begründung ist der Leiter des viel kritisierten
Registrierlagers von Moria auf der griechischen Insel Lesbos, Giannis
Balbakakis, zurückgetreten. Das berichtete die halbamtliche
griechische Nachrichtenagentur ANA MPA am Mittwoch. Balbakakis war
Chef des Lagers seit 2016 - als der EU-Türkei Flüchtlingspakt in
Kraft trat. 

Im Lager von Moria herrschen chaotische Zustände. Nach offiziellen
Angaben sind dort mehr als 10 000 Menschen zusammengepfercht. Das
Lager hat aber nur eine Aufnahmekapazität für 3000 Migranten.
Humanitäre Organisationen kritisieren seit Jahren die Zustände in
diesem und anderen Lagern auf den Inseln im Osten der Ägäis.    


Der Flüchtlingszustrom aus der Türkei zu den griechischen Inseln
dauerte auch am Mittwoch an: Am Vormittag setzten nach Angaben der
griechischen Küstenwache knapp 250 Migranten aus der Türkei nach
Griechenland über.

Der im März 2016 geschlossene Flüchtlingspakt zwischen der EU und der
Türkei sieht vor, dass die EU alle Migranten, die illegal über die
Türkei auf die griechischen Inseln kommen, zurückschicken kann. Die
Bearbeitung der Asylanträge kommt wegen Personalmangels jedoch auch
heute nur mühsam voran.

Die neue konservative griechische Regierung, die seit Juli im Amt
ist, hat angekündigt, die Asylverfahren zu beschleunigen. Wer kein
Asyl bekommt, soll sofort in die Türkei zurückgeschickt werden. Für
die Bearbeitung der Asylanträge soll es mehr Personal geben.



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