Macron in China: «Niemand gewinnt einen Handelskrieg»

05.11.2019 07:19

Shanghai (dpa) - Während seines Besuchs in China hat sich Frankreichs
Präsident Emmanuel Macron gegen Protektionismus und für freien Handel
ausgesprochen. «Niemand gewinnt einen Handelskrieg», sagte Macron am

Dienstag bei einer Rede in Shanghai. Mit Blick auf den Handelsstreit
zwischen China und den USA erklärte er, die derzeitigen Spannungen
zwischen den beiden Ländern würden der Weltwirtschaft schaden. Vor
Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping plädierte er für eine
weitere Öffnung der chinesischen Wirtschaft, insbesondere in
Bereichen wie der Landwirtschaft.

Die Globalisierung habe zu Ungleichheit wie einem zunehmenden
Wohlstandsgefälle geführt, sagte Macron in seiner Rede zur Eröffnung

einer Handelsmesse. Dies habe zu Ängsten und Protektionismus weltweit
geführt. Alleingänge und Zölle seien jedoch nicht der richtige Weg.
«Das ist nicht die Wahl Frankreichs oder der Europäischen Union»,
betonte Macron. «Wir hoffen, dass eine Einigung erzielt werden kann,
um die Spannungen abzubauen und die Interessen aller Beteiligten zu
wahren.»

Zuvor hatte Xi in seiner Rede bekräftigt, dass «China seine Tür nur
noch weiter für die Welt öffnen wird». Ziel sei es, der
wirtschaftlichen Globalisierung mehr Impulse zu verleihen und
entsprechende Hindernisse so weit wie möglich zu verringern.

Am Montag war Macron mit einer Delegation von Wirtschaftsvertretern
für einen dreitägigen Besuch nach China gereist. Begleitet wird er
auch von der deutschen Bildungsministerin Anja Karliczek und dem für
Landwirtschaft und Handel zuständigen EU-Kommissar Phil Hogan. Damit
wollen die Europäer in ihren Verhandlungen China gegenüber
Geschlossenheit demonstrieren. Anders als die USA befindet sich die
EU mit Peking zwar nicht in einem handfesten Handelskrieg. Jedoch
werfen auch die Europäer der chinesischen Führung seit Jahren vor,
dass EU-Firmen trotz großer Reformversprechen noch immer in China
benachteiligt würden.



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