Aachener Karlspreis gründet Akademie für Zukunftsfragen der EU

05.11.2019 12:26

Düsseldorf (dpa/lnw) - Der internationale Aachener Karlspreis will
mit einer neuen Akademie ganzjährig ein Forum für Zukunftsfragen der
Europäischen Union bieten. Jedes Jahr bekommen künftig fünf
Nachwuchswissenschaftler Stipendien, um an der Akademie an Themen von
den Folgen des Brexits bis zur weiteren Integration in der EU zu
forschen. Das teilten die nordrhein-westfälische Landesregierung und
das Karlspreis-Direktorium am Dienstag in Düsseldorf mit.

Viele Probleme wie etwa die Flüchtlings- oder Euro-Krise hätten schon
Jahre vor ihrem Beginn identifiziert werden können, sagte der
Direktoriumsvorsitzende Jürgen Linden. Die neue Akademie solle daher
die Augen für Zukunftsfragen Europas öffnen.

Die ersten fünf mit jeweils 25 000 Euro ausgestatteten Stipendien
sind bereits vergeben. Drei davon finanziert das Auswärtige Amt. 114
junge Wissenschaftler aus 37 Ländern - weit über die EU hinaus -
hätten sich beworben, sagte Linden. Die Ergebnisse sollen beim
jährlichen «Karlspreis Europa Summit» präsentiert werden.

Aus dem Karlspreis müsse «mehr gemacht werden als nur ein Festakt an
Christi Himmelfahrt», sagte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet
(CDU). Im politischen Diskurs müsse stärker für die europäische Ide
e
gekämpft werden. Wenn aber in den Regierungen und Parlamenten der
Mitgliedstaaten, auch in Deutschland, «antieuropäische Töne immer
lauter werden, ist das die eigentliche Gefahr».

In diesem Jahr war UN-Generalsekretär António Guterres geehrt worden.
Im kommenden Jahr feiert der Karlspreis sein 70. Jubiläum. Seit 1950
wird er für besondere Verdienste um die europäische Einigung
verliehen.



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