EU-Delegation in Bosnien fordert Schließung von Elendslager Vucjak

05.11.2019 19:01

Bihac (dpa) - Der Chef der EU-Delegation in Bosnien-Herzegowina,
Johann Sattler, hat die umgehende Schließung des umstrittenen
Migrantenlagers Vucjak bei Bihac gefordert. «Vucjak muss dringend
geschlossen werden», teilte Sattler nach einem Treffen mit
Lokalpolitikern im nordwestbosnischen Bihac über Twitter mit. «Dieser
Ort ist (für die Unterbringung von Menschen) ungeeignet und aus
hygienischen Gründen inakzeptabel», zitierten ihn bosnische Medien.

Vucjak war im Juni von der Stadtverwaltung Bihac als improvisiertes
Lager errichtet worden, um jene Migranten dorthin zu bringen, die in
den überfüllten regulären Lagern nicht mehr unterkamen. Es liegt auf

einer ehemaligen Mülldeponie, hat keinen Strom- und Wasseranschluss
und besteht aus Zelten, die nicht geheizt werden können. Den
regulären Lagern, die von internationalen Hilfsorganisationen
betrieben werden, droht wiederum die Schließung, weil die
Pachtverträge auslaufen.

Im Raum Bihac halten sich derzeit mehrere tausend Flüchtlinge und
Migranten auf, die darauf hoffen, sich über die nahe «grüne» Grenze

ins EU-Land Kroatien durchschlagen zu können. Bosnien ist eines der
wichtigsten Transitländer auf der sogenannten Balkanroute, seit deren
frühere Hauptvariante, die von Griechenland über Nordmazedonien,
Serbien und Ungarn geführt hatte, im Jahr 2016 weitgehend geschlossen
wurde.  



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