Tusk verzichtet auf Präsidentschaftskandidatur in Polen

06.11.2019 03:11

Warschau (dpa) - Der scheidende EU-Ratspräsident Donald Tusk will
sich bei der polnischen Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr nicht
um das höchste Staatsamt bewerben. «Nach reiflicher Überlegung habe
ich entschieden, nicht als Kandidat anzutreten», sagte der frühere
polnische Regierungschef am Dienstag den Fernsehsendern Polsat News
und TVN24. Um die Wahl zu gewinnen, müsse Polens Opposition einen
Bewerber ins Rennen schicken, der «nicht durch schwierige, unpopuläre
Entscheidungen belastet ist».

Unter Gegnern der nationalkonservativen Regierungspartei PiS galt
Tusk als Hoffnungsträger für die Wahl im Mai 2020, bei der
Amtsinhaber Andrzej Duda - ein PiS-Mann - erneut antreten will. Tusk
war von 2007 bis 2014 Ministerpräsident in Polen und der erste
Politiker seit 1989, der in diesem Amt wiedergewählt wurde. Seine
Regierung verlor jedoch zusehends an Rückhalt im Volk wegen der
Erhöhung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre und mehrerer
politischer Skandale. Letztlich setzte Tusk seine politische Karriere
in Brüssel fort. Seine Amtszeit als EU-Ratspräsident endet im
November.



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