Johnson vergleicht Labour-Wirtschaftspläne mit Stalins Methoden

06.11.2019 09:17

London (dpa) - Der britische Premierminister Boris Johnson hat die
Wirtschaftspläne der größten Oppositionspartei Labour scharf
kritisiert und mit Methoden von Sowjetdiktator Josef Stalin
verglichen. Die Sozialdemokraten unter Parteichef Jeremy Corbyn
verachteten das Streben nach Profit so sehr, dass sie bereit seien,
die Grundlage des Wohlstands zu zerstören, schrieb Johnson in einem
Beitrag für die Tageszeitung «The Telegraph» (Mittwoch).
Großbritannien wählt am 12. Dezember ein neues Parlament.

«Sie geben vor, dass ihr Hass nur gewissen Milliardären gilt und
zeigen mit einer Freude und Rachsucht auf Menschen, die seit der
Verfolgung der Kulaken durch Stalin nicht zu sehen war», so Johnson
weiter. Falls Labour die Wahl gewinne, «würden sie Steuern auf alles
erheben: auf Renten, Geschäfte, Erbschaften, Häuser und Gärten.»
Corbyn wies die Attacken auf Twitter zurück: «Das ist der
Schwachsinn, den die Superreichen raushauen, um ein bisschen mehr
Steuern zu vermeiden.»

Sowjetdiktator Stalin (1879-1953) hatte zu Beginn der 1930er Jahre
sogenannte Kulaken - gemeint waren damit einigermaßen wohlhabende
Bauern - verhaften, deportieren und ermorden lassen.

Labour will die britische Wirtschaftspolitik umkrempeln. Dazu will
die Partei die Steuern für Wohlhabende und Unternehmen erhöhen. Am
umstrittensten ist der Plan, dass Firmen mit mehr als 250
Mitarbeitern zehn Prozent ihrer Anteile an einen Fonds abgeben
müssen, der von den Beschäftigten kontrolliert wird und diesen eine
jährliche Dividende auszahlt.



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