Juncker: CDU und SPD müssen sich Populisten in den Weg stellen

06.11.2019 11:52

Brüssel (dpa) - Volksparteien wie CDU und SPD müssen sich aus Sicht
des scheidenden EU-Kommissionschefs Jean-Claude Juncker entschiedener
populistischen Äußerungen entgegenstellen. «Europa ist eine Sache der

Überzeugungen, nicht des Nachplapperns», sagte Juncker dem
ARD-Europastudio Brüssel.

Das Problem mit dem Übernehmen von Äußerungen aus der rechten Ecke
sehe er in anderen Ländern, aber auch in Deutschland. «Dieses dumpfe
Grundgefühl wird auch transportiert von manchen in den deutschen
Volksparteien», sagte er. «Wählern darf man nicht nachlaufen, dann
sieht man sie nur von hinten», betonte Juncker. «Populisten muss man
sich in den Weg stellen.»

Trotz des rechten Terrors von Halle und der Ermordung des Kasseler
Regierungspräsidenten Walter Lübcke hält Juncker die deutsche
Gesellschaft nicht für gefährdet. «Ich sehe auch dieses Vorpreschen
von stupidem Populismus. Aber das ist noch nicht die allgemeine
Gefühlslage der Deutschen.» Man habe in Deutschland definitiv
Abschied genommen von den schrecklichen Vorkommnissen der 1930er- und
1940er-Jahre. Das Aufkommen von Antisemitismus sei «kein globales
Phänomen in der deutschen Gesellschaft», sagte Juncker.



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