Johnson: Labour war bei Giftattacke in Salisbury auf Moskaus Seite

06.11.2019 14:52

London (dpa) - Der britische Premierminister Boris Johnson hat bei
seinem Wahlkampfauftakt die Labour-Partei beschuldigt, sich in der
Skripal-Affäre auf die Seite Moskaus gestellt zu haben. «Kommen Sie
mit uns, einer Regierung, die glaubt, dass Großbritannien
selbstbewusst in der Welt auftreten sollte», sagte Johnson am
Mittwoch in einer Rede vor dem Regierungssitz Downing Street 10.
«Oder halten Sie es mit Jeremy Corbyn und der Labour-Partei, die sich
an die Seite von (Kremlchef Wladimir) Putin gestellt haben, als
Russland Giftattacken in den Straßen von Salisbury anordnete.»

Der ehemalige russische Doppelspion Sergej Skripal und seine Tochter
Julia waren im März 2018 Opfer eines Giftanschlags im englischen
Salisbury geworden und überlebten nur knapp. Eine unbeteiligte Frau
starb, als sie mit dem Gift in Kontakt kam, das sich als der in der
Sowjetunion entwickelte Kampfstoff Nowitschok herausstellte.

Die Regierung in London hatte sich schnell darauf festgelegt, dass
Moskau hinter dem Anschlag stecken müsse, während Labour-Chef Corbyn
davor warnte, voreilige Schlüsse zu ziehen. Später wurden zwei Russen
als mutmaßliche Täter identifiziert, die von Journalisten als Agenten
des russischen Militärgeheimdiensts GRU entlarvt wurden. Der Kreml
streitet jegliche Beteiligung weiterhin ab. Der Fall löste eine
schwere diplomatische Krise aus.

Johnson setzte mit dem Vorwurf seine heftigen Attacken auf die
Opposition fort. Erst am Morgen hatte er die wirtschaftspolitischen
Pläne von Labour mit Methoden des ehemaligen sowjetischen Diktators
Josef Stalin verglichen.



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