Niedersachsens Sportminister: Bestandsschutz für Kunstrasenplätze

07.11.2019 01:05

Osnabrück (dpa) - In der Debatte um ein mögliches Verbot von
Kunstrasenplätzen mit Plastik-Granulat macht sich Niedersachsens
Sportminister Boris Pistorius für einen Bestandsschutz der
Spielstätten stark. Auch wenn Mikroplastik schädlich für die Umwelt
sei, müsse man bedenken, «dass die Kunststoffrasenplätze für den
Sport und gerade den Fußball in den Vereinen eine riesige Bedeutung
haben», sagte der SPD-Politiker der «Neuen Osnabrücker Zeitung»
(Donnerstag). Im Falle eines Verbots müsse der Spielbetrieb weiter
gesichert sein, forderte Pistorius.

Das Thema beschäftigt in dieser Woche sowohl die Sportminister- wie
auch die Umweltministerkonferenz. Die Europäische Kommission will
sogenanntes Mikroplastik - kleine Kunststoffteilchen mit einem
Durchmesser unter fünf Millimeter - verringern, weil dieses
umweltschädlich sei. Im Fall der Kunstrasenplätze geht es dabei um
das Auffüllen von Granulat. Am Ende der laufenden Konsultationen
könnte ein Verbot der Teilchen stehen. Mit einem Inkrafttreten der
neuen Regelung wird frühestens 2021 gerechnet.

In Deutschland sind nach Schätzungen des Deutschen Fußball-Bundes
rund 6000 Spielflächen betroffen. Pistorius will sich für einen
Bestandschutz und eine angemessene Übergangsfrist einsetzen. «Das
hilft den Vereinen und Kommunen vor Ort», sagte der Minister. Dem
Bericht zufolge hat Niedersachsen für die Sportministerkonferenz in
Bremerhaven einen entsprechenden Antrag eingebracht. Auch
Bundesinnenminister Horst Seehofer hatte im Sommer angekündigt, sich
für eine Übergangsfrist von sechs Jahren für bestehende Plätze
einzusetzen.



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