Griechen wehren sich verstärkt gegen Ansiedlung von Flüchtlingen

08.11.2019 11:42

Athen (dpa) - Immer öfter demonstrieren Anwohner auf dem griechischen
Festland gegen die Unterbringung weiterer Flüchtlinge in ihrer Nähe.
Hintergrund ist, dass die griechische Regierung seit Monaten
verstärkt Migranten von den völlig überlasteten Inseln der Ostägä
is
auf das Festland verlegt. Den Auftakt der Gegenwehr machte am 23.
Oktober die nordgriechische Stadt Vrasna: Dort verhinderten die
Bewohner die Ankunft von acht Bussen mit Flüchtlingen von der Insel
Samos. «Die Menschen fühlen sich nicht mehr sicher und sind
verärgert», begründete der Bürgermeister die Aktion. Danach kam es
in
anderen Orten ebenfalls zu Demonstrationen und Blockaden.

Die konservative griechische Regierung will bis zum Jahresende 20 000
Migranten von den Inseln aufs Festland bringen - bisher wurden 6500
Menschen verlegt. Das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) lobte die
Maßnahme: «Die Situation auf den Inseln ist so schlecht, dass es
jetzt vor Winterbeginn vor allem darum geht, die Menschen besser
unterzubringen», sagt der Sprecher des griechischen UNHCR, Boris
Cheshirkov, am Freitag der Deutschen Presse-Agentur.

Auf Inseln wie Lesbos, Samos und Chios sind die Aufnahmelager für
Migranten heillos überfüllt. Insgesamt leben dort derzeit mehr als
35 000 Flüchtlinge bei einer Kapazität von nicht einmal 7000 Plätze
n.
Die Menschen hausen in unbeheizten Zelten, täglich setzen weitere
Migranten illegal von der Türkei zu den griechischen Inseln über.



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