Juncker: Mauerfall war für mich und für Europa neuer Lebensabschnitt

08.11.2019 13:03

Brüssel (dpa) - Mit sehr persönlichen Worten hat sich der scheidend
e
EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker an den Fall der Berliner Mauer
vor 30 Jahren erinnert. «Nach einem schweren Autounfall und drei
Wochen im Koma erwachte ich am 9. November 1989 und sah die Bilder
vom Mauerfall im Fernsehen», sagte der Luxemburger am Freitag in
Brüssel. «Es war ein unbeschreibliches Gefühl, ein Meilenstein der
Weltpolitik und der Anfang eines neuen Lebensabschnittes - für
unseren europäischen Kontinent und für mich persönlich.» Diesen Tag

werde er immer in Erinnerung behalten.

Zugleich würdigte Juncker die Leistung jener, die im Herbst 1989 auf
die Straße gegangen waren. Sie hätten ihre eigene Freiheit riskiert,
um die Freiheit aller zu erreichen. «Ihr Mut stürzte Mauern, ihr
Zusammenhalt inspirierte Europa und die Welt und ihre friedliche
Revolution schrieb Geschichte. Sie heilten diesen zuvor vom Krieg
gespaltenen Kontinent und versöhnten seine Geschichte mit seiner
Geografie.» Sie hätten Geschichte gemacht, anstatt sie zu erdulden.

Der 9. November 1989 sei eine europäische Sternstunde, dennoch mahnte
Juncker: «Er ist zugleich unser Auftrag, heute genauso entschlossen
wie die Menschen damals für eine freie und demokratische Gesellschaft
in Europa einzustehen.»

Der Präsident des Europaparlaments, David Sassoli, rief dazu auf, die
Lehren dieser Zeit nicht zu vergessen: «Wir müssen uns an die Jugend
Berlins erinnern und den gleichen Mut haben, weiterhin Mauern und
Vorurteile einzureißen, Nationalismus zu besiegen und für ein
geeintes Europa einzutreten.» Der Mauerfall sei das Ende eines
Alptraums für Millionen Europäer gewesen.



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