Trunkenheitsfahrt unmöglich: Grünes Licht für neue Sicherheitssysteme

08.11.2019 16:40

Brüssel (dpa) - Die EU-Staaten haben endgültig eine Reihe
verpflichtender Sicherheitssysteme für Neuwagen ab 2022 beschlossen.
Die neue Regelung sieht vor, dass neue Autos zum Beispiel nicht mehr
anspringen, wenn der Fahrer betrunken ist. Die Entscheidung fiel bei
einem Treffen der EU-Finanzminister am Freitag in Brüssel. Die
politische Entscheidung zwischen Unterhändlern des EU-Parlaments und
der EU-Staaten war bereits im Frühjahr gefallen.

«Diese neuen Vorschriften werden uns dabei helfen, die Zahl der
Verkehrstoten und Schwerverletzten auf den Straßen der EU erheblich
zu verringern», sagte der finnische Arbeitsminister Timo Harakka.
Finnland hat derzeit den Vorsitz unter den EU-Staaten inne.

Nach den neuen Vorschriften müssen alle neu verkauften Kraftfahrzeuge
zahlreiche neue Sicherheitsfeatures haben. Dazu gehören Warnsysteme,
die fehlende Aufmerksamkeit und Müdigkeit erkennen, und eine
alkoholempfindliche Wegfahrsperre. Außerdem soll es einen
Unfalldatenspeicher geben, ähnlich einer Blackbox bei Flugzeugen.

Autos und Lieferwagen müssen zusätzlich Notbrems- und
Spurhalteassistenzsysteme an Bord haben. Außerdem soll mit
«erweiterten Kopfaufprallschutzbereichen» die Gesundheit und das
Leben von Fußgängern und Radfahrern besser geschützt werden.

Die EU-Kommission hatte den Vorschlag für Sicherheitsfeatures im
vergangenen Jahr vorgelegt. Aus ihrer Sicht könnten bis zum Jahr 2038
rund 25 000 Verkehrstote und 140 000 schwere Verletzungen vermieden
werden. Die Behörde führt 90 Prozent aller Unfälle auf menschliches
Versagen zurück. Mit den Gesetzesänderungen soll auch der Weg in eine
fahrerlose Zukunft geebnet werden.



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