Deutschland gibt mehr Geld für Raumfahrt aus - «Sind sehr zufrieden»

28.11.2019 14:49

Sevilla (dpa) - Mit ehrgeizigen Projekten und mehr Investitionen will
Europa stärker im Weltall mitspielen. Deutschland steht dabei ganz
vorne. «Wir haben für die nächsten drei Jahre rund drei Milliarden

Euro gezeichnet und damit die Führungsrolle in der (Europäischen
Weltraumorganisation) Esa übernommen», sagte der deutsche
Chefverhandler Thomas Jarzombek der Deutschen Presse-Agentur am
Donnerstag am Rande der Esa-Ministerratskonferenz in Sevilla.

Die deutschen Beiträge für die Esa hatten sich im Zeitraum 2017-2019
auf rund 1,9 Milliarden Euro belaufen. Bisher war Frankreich
stärkster Beitragszahler. Auf wie viel das Gesamtbudget der Esa für
den Zeitraum 2020-2022 ansteigt und wie viel jedes einzelne der 22
Mitgliedsländer zeichnen wird, sollte erst zum Abschluss der Tagung
in der südspanischen Stadt später am Donnerstag bekannt werden.

Vor dem Hintergrund der zunehmenden internationalen Konkurrenz auch
im privaten Sektor schenkt Europa der Raumfahrt mehr Beachtung als in
der Vergangenheit. Die deutsche Delegation und alle Teilnehmer seien
«sehr zufrieden», betonte Jarzombek. Der CDU-Politiker und
Koordinator der Bundesregierung für die deutsche Luft- und Raumfahrt
sagte, man habe alle Ziele erreicht.

Den Deutschen lag in erster Linie daran, ein klares Zeichen für
Mittelstand und Technologie-Entwicklung zu setzen. Außerdem sei in
Sevilla erreicht worden, dass bei der Prioritätensetzung der Esa vor
allem die Erdbeobachtung, das Wissenschaftsprogramm, die Entwicklung
der neuen Trägerrakete Ariane 6 und auch und vor allem die
Mond-Mission im Mittelpunkt stehen.

Die Esa beteiligt sich am Mondprogramm «Artemis» der
US-Raumfahrtagentur Nasa. 2024 sollen nach den Plänen von Präsident
Donald Trump wieder US-Astronauten auf dem Mond landen. Die Esa soll
vorerst nur ein Servicemodul beisteuern, das die Raumkapsel Orion
antreiben soll. Damit gibt sich aber Esa-Generaldirektor Jan Wörner
nicht zufrieden. «Wir werden auch Europäer auf den Mond bringen»,
versicherte er in Sevilla.



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