UNHCR: Verzweiflung und Aussichtslosigkeit für Migranten in der Ägäis

28.11.2019 16:25

Athen (dpa) - Die Lage in den Registrierlagern auf den griechischen
Inseln im Osten der Ägäis ist nach Einschätzung des
UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) katastrophal. Vor allem Kinder und
Frauen seien Gewalt ausgesetzt, sagte UNHCR-Chef Filippo Grandi am
Donnerstag in Athen. Deshalb müssten dringend mehr Menschen zum
griechischen Festland gebracht werden. «Ich habe sehr viel
Verzweiflung und Aussichtslosigkeit gesehen», berichtete Grandi bei
einer Pressekonferenz. Zuvor hatte er das Registrierlager von Moria
auf Lesbos besucht und sich mit griechischen Regierungsvertretern
getroffen.

Grandi forderte zudem, dass die von der Regierung in Athen geplanten
Abschiebelager auf den Inseln nicht zu einer Art Gefängnis für die
Migranten werden. Kontrolle sei gut, sie dürfe aber nicht zulasten
der Rechte der Migranten sein. «Migrant zu sein ist kein Delikt»,
sagte Grandi. 

Der Chef des UN-Flüchtlingshilfswerks rief zudem die EU auf, die
Lasten des Flüchtlingszustroms zu teilen. Fremdenfeindlichkeit müsse
in Europa bekämpft werden. «Wenn man (ausländerfeindliche) Parolen
skandiert, erreicht man nichts», sagte Grandi.

Nach Angaben der griechischen Regierung in Athen warten zurzeit mehr
als 39 000 Migranten auf den Inseln im Osten der Ägäis auf eine
Entscheidung über ihre Zukunft. Zum Vergleich: Im April waren es 14
000 Migranten.



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