Niederlande unterstützen Frankreichs geplanten Marine-Einsatz am Golf

29.11.2019 18:35

Den Haag (dpa) - Die Niederlande beteiligen sich an einem geplanten
europäischen Einsatz zur Überwachung der Schifffahrtswege am
Persischen Golf. Der niederländische Ministerrat habe der Entsendung
einer Fregatte von Januar bis Juni 2020 zugestimmt, berichtete das
Verteidigungsministerium am Freitag in Den Haag. Ziel sei es, die
Sicherheit in dem Krisengebiet zu erhöhen.

Die Initiative für den Einsatz sei von Frankreich ausgegangen,
berichtete das Ministerium. Die Mission «Awareness Strait of Hormuz
(EMASOH)» umfasse den westlichen Teil des Golfs von Oman, den Osten
des Arabischen Golfs und die Straße von Hormus. Die Meeresstraße gilt
als entscheidende Verkehrsader für Öl-Transporte - vor allem in
Richtung Asien.

Die französische Armeeministerin Florence Parly hatte am vergangenen
Wochenende angekündigt, das Kommando einer «europäischen
See-Überwachungsmission» werde auf dem französischen Marinestützpun
kt
in Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten eingerichtet.
Dort sind rund 650 Soldaten stationiert. Ein EU-Sprecher hatte
daraufhin in Brüssel auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur
klargestellt, dass der französische Vorstoß nicht auf EU-Ebene
behandelt werde. In Paris verlautete, Deutschland sei gefragt worden;
es sei aber bisher nicht klar, ob sich Berlin beteilige.

Die Spannungen in der Region hätten stark zugenommen, berichtete das
Ministerium in Den Haag. Ereignisse, die die Schifffahrt stören und
die zusätzliche Unsicherheit mit sich bringen, haben demnach direkte
Folgen für die Weltwirtschaft und die niederländischen Reeder.

Eine vom US-Militär angeführte Koalition zur Sicherung der
kommerziellen Schifffahrt rund um die Straße von Hormus hatte ihr
Kommandozentrum bereits in Bahrain eröffnet.



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