Britische Autobauer: Brexit bedroht Wettbewerbsfähigkeit

30.11.2019 10:56

London (dpa) - Angesichts des nahenden Brexits und der Angst vor
deutlichen Verlusten fordern die britischen Autobauer mit drastischen
Worten zu einer engen Handelsbeziehung mit der EU auf. «Unsere
globale Wettbewerbsfähigkeit ist bedroht», sagte der Chef des
Autoverbands SMMT, Mike Hawes, jüngst mit Blick auf die sinkenden
Produktionszahlen. Die künftige Regierung müsse auch nach dem
EU-Austritt «reibungslosen Handel, frei von Zöllen, regulatorischen
Angleichungen und ununterbrochenen Zugang zu Talenten» gewährleisten.

Großbritannien wählt am 12. Dezember ein neues Parlament. Der
konservative Premierminister Boris Johnson hofft auf eine Mehrheit im
Unterhaus, um den Brexit so bald wie möglich zu vollenden.

Die britische Autoproduktion ist auch wegen des Brexits in 16 der
jüngsten 17 Monate gesunken. Im Oktober verzeichnete der SMMT ein
Minus von vier Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Dabei
schlugen vor allem das schwindende Vertrauen von Verbrauchern wie
Unternehmen im Inland auf die Produktion durch, wie der SMMT betonte.
«Ein weiterer Monat mit rückläufiger Autoproduktion sorgt für äu
ßerst
beunruhigende Zeiten für die Branche», sagte Hawes. Für das
Gesamtjahr liegt der Rückgang bisher sogar bei 14,4 Prozent.

Der Verband mahnt daher ein weitreichendes Freihandelsabkommen mit
der EU sowie anderen Märkten nach dem Brexit an. Zölle würden die
britische Autoproduktion mit zusätzlichen Kosten von 3,2 Milliarden
Pfund (3,76 Mrd Euro) pro Jahr belasten. Dadurch könnten bis 2024
insgesamt 1,5 Millionen Fahrzeuge im Wert von 42,7 Milliarden Pfund
weniger gebaut werden, rechnet der SMMT vor.



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