Apotheker: Arzneimittel wieder innerhalb der EU produzieren

10.01.2020 05:00

Berlin (dpa) - In der Debatte um Lieferengpässe bei Medikamenten hat
sich der Apothekerverband ABDA erneut für eine verstärkte
Arzneimittelproduktion in Europa ausgesprochen. «Auf längere Sicht
sollten Arzneimittel wieder innerhalb der EU produziert werden»,
sagte ABDA-Präsident Friedemann Schmidt der «Passauer Neuen Presse»
(Freitag). «Die komplette Auslagerung der Pharmaproduktion nach Asien
sollte rückgängig gemacht werden.» Zwar würden sich dadurch die
Preise erhöhen, doch es sei für die Versorgungssicherheit notwendig.

Die Apotheker fordern schon länger mehr Anreize für eine stärkere
Wirkstoffproduktion in Europa. Viele Pharmakonzerne lassen laut ABDA
Wirkstoffe in Fernost herstellen - etwa Antibiotika in China und
Indien. Dort konzentriert sich die Produktion auf wenige Betriebe,
wie der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie jüngst erklärte.
Die Folge: Steht die Produktion zeitweilig still oder kommt es wegen
Verunreinigungen zu Arznei-Rückrufen, hakt es in der Lieferkette.

Nach früheren Angaben des Apothekerverbandes hat sich die Zahl der
nicht verfügbaren Rabattarzneien fast verdoppelt: Von 4,7 Millionen
Packungen 2017 auf 9,3 Millionen im Jahr 2018. Jedes 50. dieser
Mittel sei von Lieferengpässen betroffen - also mehr als zwei Wochen
nicht verfügbar oder deutlich stärker nachgefragt als angeboten.



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