EU verbietet Insektenkiller Chlorpyrifos

10.01.2020 17:03

Brüssel (dpa) - Das Verbot des lange intensiv genutzten
Pflanzenschutzmittels Chlorpyrifos in der Europäischen Union ist
besiegelt. Die EU-Kommission bestätigte am Freitag den Entzug der
Zulassung ab Ende Januar. Gleichzeitig stellte Gesundheitskommissarin
Stella Kyriakides weitere Verbote von Pestiziden in Aussicht, sofern
Gesundheitsgefahren nachgewiesen würden.

Chlorpyrifos wurde jahrzehntelang gegen Schädlinge in der
Landwirtschaft eingesetzt, doch steht es im Verdacht, Erbgut und
Nerven bei Kindern zu schädigen. In Deutschland ist der
Insektenkiller zwar seit Jahren nicht mehr auf dem Markt. Spuren
wurden aber immer wieder auf importierten Orangen, Mandarinen und
Grapefruits nachgewiesen.

Der Grünen-Agrarexperte Harald Ebner forderte deshalb auch ein
Importverbot für chlorpyrifosbelastete Lebensmittel. Das Gift müsse
weltweit aus dem Verkehr gezogen werden. Das EU-Verbot der Substanz
begrüßte Ebner, meinte aber auch, Gesundheitsgefahren seien schon bei
der EU-Zulassung 2005 bekannt gewesen. «Chlorpyrifos hätte also
niemals zugelassen werden dürfen.»

Nach einer Bestätigung der Gesundheitsrisiken durch die
EU-Lebensmittelbehörde Efsa hatten die EU-Staaten im Dezember dafür
gestimmt, die Ende Januar auslaufende Zulassung für Chlorpyrifos und
die Variante Chlorpyrifos-Methyl nicht zu erneuern. Kommissarin
Kyriakides forderte die EU-Staaten auf, nun dafür zu sorgen, dass
Pflanzenschutzmittel mit den beiden Wirkstoffen vom Markt genommen
werden. Vorgesehen ist eine Übergangsfrist für Gebrauch, Lagerung
oder Entsorgung von maximal drei Monaten.



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