Europaparlament fordert einheitliche Ladegeräte für alle Handys

13.01.2020 21:24

Straßburg (dpa) - Die Abgeordneten des Europaparlaments fordern
einheitliche Ladegeräte für alle Mobiltelefone und andere
Elektrogeräte in der EU. Um Elektronikschrott zu reduzieren und den
Verbrauchern das Leben zu erleichtern, müssten die Hersteller ein
gemeinsames Ladegerät für Handys, Tablets, E-Books und andere Geräte

anbieten, hieß es in einer Mitteilung des Europaparlaments am Montag.

Das Europaparlament möchte, dass die EU-Kommission mehr Druck auf die
Hersteller macht. Die EU-Kommission wolle bald neue Schritte
vorschlagen, die zu einer Lösung mit einem einheitlichen Ladegerät
führen könnten, sagte EU-Kommissar Maros Sefcovic bei einer Debatte
zu dem Thema im Plenum des Europaparlaments in Straßburg. Dazu würden
verschiedene Alternativen geprüft, so Sefcovic.

Der bisherige Ansatz der EU-Kommission, die Industrie zur Entwicklung
gemeinsamer Ladegeräte nur zu ermutigen, sei nicht ausreichend
gewesen, so das Europaparlament. «Wie lange wird es noch dauern, bis
die EU-Kommission einsieht, dass die Industrie das Problem nicht von
selber lösen wird?», fragte SPD-EU-Politikerin Evelyne Gebhardt, die
Mitglied im Verbraucherschutz-Ausschuss ist. Man dürfe sich nicht auf
eine «Hinhaltetechnik der Lobbyisten» einlassen, so Gebhardt.

Die Entwicklung kabelloser Akkuladegeräte müsse dazu genutzt werden,
einen einheitlichen Standard für alle Hersteller zu schaffen, sagte
Andreas Schwab (CDU), Sprecher der EVP-Fraktion für Binnenmarkt und
Verbraucherschutz. «Es mag bei den Steckverbindungen für Kabel
technische Argumente gegen eine zwangsweise Vereinheitlichung geben.
Dies gilt aber keinesfalls für kabellose Ladegeräte.»

Durch alte Ladekabel fallen in der EU dem Europaparlament zufolge
jährlich rund 51 000 Tonnen Elektroschrott an. Ende Januar soll das
Europäische Parlament nach Angaben der Europa-SPD über seine Position
zum Thema in einer Resolution abstimmen.



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