Boris Johnson lehnt Unabhängigkeitsreferendum in Schottland ab

14.01.2020 13:22

London/Edinburgh (dpa) - Der britische Premierminister Boris Johnson
hat ein neues Unabhängigkeitsreferendum der Schotten offiziell
abgelehnt. Er könne keinem Antrag zustimmen, der zu weiteren
Unabhängigkeitsreferenden führen würde, schrieb Johnson am Dienstag
in einem Brief an Schottlands Regierungschefin Nicola Sturgeon.
Stattdessen sollten alle zusammenarbeiten, um das ganze Vereinigte
Königreich zusammenzubringen, schrieb Johnson bei Twitter.

Schottland wolle keine von Johnson geführte Tory-Regierung, die den
Landesteil aus der Europäischen Union führe, hatte Sturgeon ihren
Antrag begründet. Ob eine Volksabstimmung stattfinden kann,
entscheidet bislang die Zentralregierung in London. Johnson hatte
Sturgeons Wunsch bereits zuvor mündlich abgelehnt. Die schottische
Regierungschefin wollte das Referendum 2020 abhalten. Johnsons
Antwort sei vorhersehbar gewesen, «aber auch nicht aufrecht zu
erhalten und kontraproduktiv», twitterte Sturgeon am Dienstag.

Rund 55 Prozent der Schotten hatten sich bei einem ersten Referendum
im Jahr 2014 gegen eine Abspaltung vom Vereinigten Königreich
ausgesprochen. Sturgeon argumentiert jedoch, die Umstände hätten sich
durch das Brexit-Referendum von 2016 verändert. Damals stimmte eine
knappe Mehrheit der Briten für den EU-Austritt. Die Schotten
votierten aber mit 62 Prozent gegen den Brexit.

Bei der britischen Parlamentswahl im Dezember hatte Sturgeons
Schottische Nationalpartei SNP kräftig zugelegt. Die Partei sieht
sich daher in ihrem Unabhängigkeitsstreben bestätigt.



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