EZB-Direktorin Schnabel will Erfolge der EZB stärker herausstellen

14.01.2020 17:02

Frankfurt/Main (dpa) - Die neue EZB-Direktorin Isabel Schnabel will
die Leistung der Europäischen Zentralbank (EZB) in der deutschen
Öffentlichkeit stärker hervorheben. «Hierzulande fehlt das
Verständnis dafür, was die EZB auch für Deutschland geleistet hat»,

sagte die Wirtschaftswissenschaftlerin laut einem Vorabbericht der
«Süddeutschen Zeitung» (Mittwochausgabe). «Das überrascht mich se
hr,
denn es herrscht Vollbeschäftigung, und die deutsche Wirtschaft ist
in den vergangenen Jahren nicht zuletzt aufgrund der Geldpolitik so
stark gewachsen.»

Die Notenbankerin stellte aber auch klar, dass die EZB ihre
Kommunikation verbessern müsse. «Ich habe mir vorgenommen, dieses
Missverständnis in der Öffentlichkeit auszuräumen - mit Fakten»,
versprach die ehemalige Wirtschaftsweise. Natürlich würden Sparer
unter den niedrigen Zinsen leiden, und es gebe Risiken für die
Finanzstabilität, räumte Schnabel ein. Auf der anderen Seite hätten
aber viele Menschen aufgrund des Aufschwungs Arbeit gefunden. «Nur
den deutschen Sparer zu thematisieren, wird der Sache nicht gerecht»,
sagte Schnabel.

Schnabel hält höhere Leitzinsen im Moment für «sicher nicht
angebracht». Wenn man es wirklich durchspiele, würden sich einige
wundern, was höhere Zinsen für Folgen hätten, so die Ökonomin, die

zum Jahreswechsel bei der EZB ihren Posten angetreten hat. Ihre
Befürchtung: «Teile der deutschen Öffentlichkeit erwarten, dass ich
einen grundsätzlichen Kurswechsel in der Geldpolitik herbeiführe. Das
geht natürlich nicht.»



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