SENDESPERR MONTAGFRÜH 7.30 EU-Umweltagentur: Klimawandel in Europa bereits unausweichlich

10.02.2020 07:30

Brüssel (dpa) - Regelmäßige Überflutungen in Rotterdam, Le Havre od
er
London, dazu mehr Waldbrände, Dürren und Stürme: Die Folgen des
Klimawandels sind nach Einschätzung der EU-Umweltbehörde EEA auch in
Europa bereits unausweichlich. Die EU-Staaten müssten sich darauf
einstellen und zugleich alles daran setzen, die Erderwärmung
abzubremsen, erklärte die EEA am Montag.

«Der Klimawandel vollzieht sich schon jetzt und wird in der Zukunft
gravierender werden, selbst wenn die globalen Bemühungen zur Senkung
der Treibhausgase Erfolg haben», erklärte die Behörde mit Sitz in
Kopenhagen. «Doch werden die Folgen viel weniger schlimm, wenn es
durch Senkung der Treibhausgase gelingt, die globale Erderwärmung
deutlich unter 2 Grad zu halten, wie es das Pariser Abkommen
vorsieht.» Steige die Temperatur stärker, würde dies einen erheblich

stärkeren Klimawandel bedeuten, erklärten die EU-Fachleute.

Die EEA zeigt den Unterschied in verschiedenen Szenarien für die
nächsten Jahrzehnte. Demnach würde der Anstieg des Meeresspiegels und
damit verbundene Überflutungen an den Küsten sowie
Extremwetterereignisse wie Dürren, Stürme und Waldbrände im Fall von

höheren Treibhausgasemissionen deutlich schlimmer ausfallen.

In Teilen Deutschlands steigt demnach in beiden Szenarien die
Waldbrandgefahr - allerdings bei hohen Emission weit stärker.
Ostdeutschland muss sich auf stärkere Trockenheit einstellen. In
Osteuropa könnte in einem Szenario mit hohen Emissionen im Winter bis
zu 35 Prozent mehr Regen fallen. An den europäischen Küsten könnte
der Meeresspiegel um bis zu einen Meter steigen.

Der Chef des Umweltausschusses im Europaparlament, Pascal Canfin,
warnte: «Der Klimaschock kommt und kann nicht mehr vermieden werden.»
Nötig sei eine «ernsthafte Anpassungsstrategie», um Bürger, Häuse
r,
Wirtschaft und Tourismus zu schützen. Gleichzeitig müsse Europa das
Ziel verfolgen, bis 2050 klimaneutral zu werden und so den globalen
Klimawandel zu begrenzen, erklärte Canfin.



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