Stahlarbeiter fordern EU-Hilfe für klimafreundliche Produktion

10.02.2020 11:06

Brüssel (dpa) - Gewerkschafter der IG Metall haben in Brüssel
EU-Hilfen für eine klimaneutrale Stahlproduktion gefordert. Wenn man
das Eisenerz in der Stahlerzeugung mit Wasserstoff aus erneuerbaren
Energien statt mit Kokskohle erhitzen würde, ließen sich 95 Prozent
des Kohlendioxidausstoßes einsparen, sagte Heiko Reese vom Stahlbüro
der Gewerkschaft am Montag. Die EU solle im Rahmen ihres sogenannten
Green Deal «auf jeden Fall» bei Forschung und Investitionen helfen,
diese Technik in großem Stil einzuführen.

«Für eine klimaneutrale Stahlproduktion sind Investitionen nötig, die

die Stahlindustrie allein nicht stemmen kann», sagte Reese. Man
spreche von 30 Milliarden Euro allein in Deutschland. Damit lasse
sich aber viel erreichen, weil die Stahlindustrie für rund 30 Prozent
der CO2-Emissionen verantwortlich sei. Nötig sei auch Infrastruktur,
um Strom oder Wasserstoff zu den Stahlstandorten zu transportieren.

IG-Metaller aus dem Saarland waren in Etappen zu Fuß die rund 350
Kilometer von Völklingen nach Brüssel marschiert, um dem
Kommissionsvizepräsidenten Frans Timmermans ihre Forderungen zu
überreichen. Eine geplante Demonstration von Stahlkochern war wegen
des stürmischen Wetters kurzfristig abgesagt worden, sagte Reese.



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