Spahn fordert mehr Geld aus Brüssel im Kampf gegen Coronavirus

12.02.2020 13:48

Sehr viele Infektionen mit dem neuen Coronavirus gibt es in Europa
bisher nicht. Trotzdem sieht der deutsche Gesundheitsminister
Handlungsbedarf. Mit Wünschen im Gepäck reist er nach Brüssel.

Berlin (dpa) - Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat eine
stärkere finanzielle Beteiligung der Europäischen Union am Kampf
gegen das neuartige Coronavirus Sars-CoV-2 gefordert. Zudem mahnte er
vor einem Treffen der EU-Gesundheitsminister an diesem Donnerstag in
Brüssel ein gemeinsames Vorgehen an.

Er wünsche sich eine Einigung auf Mittel aus dem EU-Haushalt zur
Forschung im Kampf gegen das Virus, sagte Spahn nach einer
Unterrichtung des Gesundheitsausschusses des Bundestags am Mittwoch
in Berlin. «Und ich möchte auch erreichen (...), dass die Bitte der
Weltgesundheitsorganisation nach finanzieller Hilfe nicht nur von den
Nationalstaaten beantwortet wird, sondern dass auch die Europäische
Union mit Haushaltsmitteln sich verantwortlich fühlt.»

In der EU wolle er zudem erreichen, «dass wir uns darauf
verständigen, dass wir abgestimmt vorgehen». Spahn wies darauf hin,
dass «ganz abgestimmt» schon nicht mehr möglich sei, «weil einzel
ne
Länder den ganzen Flugverkehr zu China ja schon eingestellt haben,
etwa Italien».

Für Deutschland gelte: Bei ankommenden Direktflügen müssten die
Piloten vor der Landung eine Meldung an den Tower machen, ob es
Passagiere mit Symptomen an Bord gebe oder nicht. Außerdem gelte,
dass die Information hinterlassen werden müsse, wo sich die
Passagiere 30 Tage nach Ankunft aufhalten. «Alle darüber
hinausgehende Maßnahmen müssten erst einmal in Deutschland und
idealerweise in Europa abgestimmt werden.»

Der Minister machte deutlich, dass eine Ausweitung der regional
begrenzten Epidemie zu einer weltweiten Pandemie möglich sei. «Es
könnte auch noch schlechter werden, bevor es besser wird.» Ohne
Zweifel nicht ausgeschlossen werden könne auch, dass sich die Zahl
der bisher 16 Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland noch erhöhe. 

«Wir sind schon länger nicht mehr im Normalmodus - schon alleine um
wachsam zu sein, um gut vorbereitet zu sein», sagte Spahn. Die
Behörden stünden täglich, manchmal stündlich mit Telefonkonferenzen

in Kontakt - deutschlandweit und international.



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