EU-Parlament verlangt härtere Strafen für illegalen Tierhandel

12.02.2020 16:45

Straßburg (dpa) - Das Europaparlament hat ein härteres Vorgehen gegen
den illegalen Handel mit Haustieren gefordert. Die Abgeordneten
sprachen sich am Mittwoch in Straßburg beispielsweise für ein
verpflichtendes EU-System zur Identifizierung und Registrierung von
Katzen und Hunden aus. In einer mit großer Mehrheit verabschiedeten
Resolution verlangten sie außerdem schärfere Strafen für Tierärzte,

Behörden, Züchter und Händler, die sich an illegalen Methoden
beteiligen.

Auch soll eine EU-weit gültige Definition für große gewerbliche
Tierzuchtbetriebe, die von Tierschutzorganisationen oft als
«Welpenfabriken» bezeichnet werden, eingeführt werden. Das Parlament

fordert von der EU-Kommission einen Aktionsplan.

Die Tiere würden zu Spottpreisen angeboten, kritisierte der
CDU-Europaabgeordnete Peter Liese. Das führe dazu, dass sie nicht
geimpft seien und in Umständen lebten, die Tierschutzstandards
komplett missachteten. «Das ist reinste Tierquälerei», sagte Liese.


Die Tierschutzorganisation Vier Pfoten begrüßte den Vorstoß des
EU-Parlaments. Der illegale Haustierhandel verursache jedes Jahr
unsägliches Leid für Millionen von Hunden und Katzen, erklärte die
Organisation und forderte, dass die EU-Kommission die Vorschläge nun
durchsetzt.

Schätzungsweise 46 000 Hunde werden dem Europaparlament zufolge jeden
Monat zwischen EU-Ländern gehandelt, die meisten davon ohne
Registrierung.



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