Bahnunfall in Italien: EU-Sicherheitsalarm wegen Weichen-Teil

13.02.2020 18:38

Rom (dpa) - Eine Woche nach dem tödlichen Bahnunfall in Norditalien
haben die Ermittler vor Gefahren durch ein neu eingesetztes Bauteil
einer Weiche gewarnt. Marco D'Onofrio, Direktor der für
Bahnsicherheit zuständigen Stelle, sagte am Donnerstag bei einer
Anhörung im Senat in Rom, er bereite einen EU-weiten Sicherheitsalarm
vor. Das von der italienischen Bahn vor der Entgleisung eingebaute
Produkt eines Zulieferers werde in ganz Europa verkauft, erläuterte
auch der ermittelnde Staatsanwalt Domenico Chiaro in Lodi.

Der Hochgeschwindigkeitszug war am Donnerstag vergangener Woche auf
der Strecke zwischen Mailand und Bologna in der Region Lodi
(Lombardei) verunglückt. Zwei Lokführer starben, 31 Menschen wurden
verletzt, als die Lok sich vom Restzug löste. Dass eine Weiche eine
Rolle spielte, hatten die Ermittler früh vermutet. Der Staatsanwalt
sagte, die Untersuchungen hätten ein Problem mit der Elektrik
bestätigt.

Das Teil sei in der Nacht zuvor bei Wartungsarbeiten eingesetzt
worden. Nach Angaben von D'Onofrio sollen nun die zuständigen
Behörden der anderen EU-Länder über die Risiken durch das Teil, ein
«Stellglied», informiert werden. Die Bahn in Italien habe den Einbau
offenbar schnell gestoppt.



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