Airbus versteht «Frust» französischer Winzer wegen der US-Strafzöll e

13.02.2020 20:02

Paris (dpa) - Der Flugzeugbauer Airbus hat Verständnis für
französische Winzer gezeigt, die unter US-Strafzöllen auf Wein
leiden. «Ich kann ihren tiefen Frust darüber, Geisel in einem
größeren Konflikt zu sein, nachvollziehen», sagte Konzern-Chef
Guillaume Faury am Donnerstag bei der Vorstellung der Bilanz in
Toulouse. Allerdings sei es nicht die richtige Lösung, Airbus wegen
der Einnahmeverluste anzugehen. Die Winzer hatten zuvor die Regierung
in Paris zum Handeln aufgefordert und die Schaffung eines Notfonds in
Höhe von 300 Millionen Euro als Ausgleich gefordert.

Airbus sei zwar die Ursache des Konflikts, der Wein stehe aber im
Zentrum der Sanktionen, hatte der Verband Fédération des Exportateurs
de Vins et Spiritueux (FEVS) zuletzt betont. Hintergrund ist, dass
die USA im Oktober Strafzölle in Höhe von 25 Prozent auf zahlreiche
Produkte aus Europa erlassen haben. Der Grund dafür ist der Streit um
rechtswidrige EU-Subventionen für den europäischen Flugzeugbauer
Airbus. Betroffen sind zum Beispiel Wein aus Deutschland und
Frankreich, Parmesan aus Italien oder Olivenöl aus Spanien.
Washington hatte von der Welthandelsorganisation WTO das Recht
bekommen, Strafzölle von bis zu 100 Prozent auf Waren im Wert von 7,5
Milliarden Dollar zu erheben.

«Wir versuchen, so viel wie möglich zu helfen, aber wir sind in
dieser Situation keine Gegner - zumindest meiner Meinung nach»,
betonte Faury. «Ich fühle mich in dieser Situation sehr solidarisch,
denn alle europäischen Produkte, die von den Zöllen betroffen sind,
leiden wirklich unter dieser Situation - und wir sind eines davon.»
Der Weg nach vorn sei nun, dass die EU als Reaktion auf die
Strafzölle der USA Gegenmaßnahmen ergreift. Die EU bekamen in einem
ähnlichen Verfahren um Subventionen für den US-Luftfahrtkonzern
Boeing Recht. Am Freitag wollen Winzer aus der Region Okzitanien
Berichten zufolge den Airbus-Chef treffen.



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