Maas: Ohne stärkeres EU-Engagement wird Libyen ein zweites Syrien

14.02.2020 09:36

Berlin (dpa) - Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) hat die Bedeutung
des Engagements der Europäischen Union im Libyen-Konflikt betont.
Wenn sich die EU nicht stärker engagiere, werde es letztlich ein
zweites Syrien geben, sagte Maas am Freitag im Deutschlandfunk. Das
Engagement in Libyen sei auch so groß, weil man aus Fehlern im
Syrienkonflikt gelernt habe.

«Ich glaube, dass tatsächlich in den letzten Jahren in Syrien eine
Vielzahl von Entwicklungen stattgefunden hat, ohne dass sich die
westliche Staatengemeinschaft insgesamt dabei eingebracht hat.» Er
glaube außerdem, dass «mittlerweile Russland und die Türkei diesen
Krieg unter sich ausmachen», sagte Maas. Es sei notwendig, auf die
Beteiligten einzuwirken. In Gesprächen mit dem russischen und
türkischen Außenminister werde man das auf der heute beginnenden
Sicherheitskonferenz in München auch tun.

Maas wies Kritik zurück, der Berliner Libyen-Gipfel Mitte Januar sei
folgenlos geblieben. «Es ist nicht so, dass sie sich überhaupt nicht
an Beschlüsse halten», sagte er. Es sei aber auch jedem klar gewesen,
dass es ein langer und mühsamer Prozess sein werde.



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