EU-Verkehrskommissarin will Gespräche zum Brenner «moderieren»

14.02.2020 13:30

Innsbruck (dpa/lby) - EU-Verkehrskommissarin Adina Valean hat im
Streit um den Verkehr auf dem Brenner eine Korridormaut zwischen
München und Verona als «gangbare Lösung für die nahe Zukunft»
bezeichnet. Dazu müssten sich aber alle beteiligten Parteien an
einen Tisch setzen, sagte die Rumänin am Freitag in Innsbruck. Sie
wolle in dem Prozess als Moderatorin auftreten. Der
Brennerbasistunnel, der im Jahr 2028 fertiggestellt sein soll, stellt
aus ihrer Sicht einen wesentlichen Baustein für die Lösung der
Transitproblematik dar.

Der Brenner ist für den Güterverkehr die mit Abstand wichtigste
Alpentransitroute. Jedes Jahr fahren fast 2,5 Millionen Lastwagen
über den Brenner - mehr als über alle anderen Alpenquerungen
zusammen. Aus Sicht der Tiroler liegt das vor allem an der geringen
Maut in Deutschland und Italien. Dadurch sei die Strecke
beziehungsweise der Korridor von München nach Verona zu günstig.
Spediteure würden daher auch viele Kilometer Umweg in Kauf nehmen und
über den Brenner statt über andere Routen fahren.

Der deutsche Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) teilte am Freitag
mit, dass er sich mit Tirols Landeschef Günther Platter darauf
verständigt habe, von der EU-Kommission finanzielle Unterstützung für

den Brenner einzufordern. «Diese Unterstützung soll für eine
Digitalisierungsoffensive der Hauptverkehrsachse des Güterverkehrs in
Europa genutzt werden», hieß es in einer Mitteilung des Ministeriums.
Zudem solle die «Rollende Landstraße» gestärkt werden, damit künf
tig
mehr Güter per Zug statt per Lastwagen transportiert werden können.



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