Eurokurs weiter auf dreijährigem Tiefstand

14.02.2020 16:43

Frankfurt/Main (dpa) - Der Euro hat sich am Freitag kaum von seinen
Verlusten in den vergangenen Tagen und Wochen erholt. Nachdem die
Gemeinschaftswährung am Morgen neuerlich auf ein Dreijahrestief von
1,0827 US-Dollar gefallen war, kostete sie am späten Nachmittag mit
1,0850 Dollar nur etwas mehr. Die Europäische Zentralbank (EZB)
setzte den Referenzkurs auf 1,0842 (Donnerstag: 1,0867) Dollar fest.
Der Dollar kostete damit 0,9223 (0,9202) Euro.

Unter Druck steht der Euro bereits seit Jahresbeginn, verstärkt
jedoch seit Anfang Februar. Als wichtigster Grund gilt die sich
eintrübende Konjunktur. Auslöser ist das von China ausgehende
Coronavirus, das die Wirtschaftstätigkeit nicht nur in der
zweitgrößten Volkswirtschaft der Erde belasten dürfte. «Die negativ
en
wirtschaftlichen Folgen für die chinesische Wirtschaft werden auch
die Exportunternehmen im Euroraum zu spüren bekommen», sagte
Commerzbank-Experte Christoph Weil.

Neue Wachstumsdaten zeigten, dass die Wirtschaft von dem
Corona-Risiko in einem ohnehin geschwächten Zustand heimgesucht wird.
Die deutsche Wirtschaft kam zum Jahresende über eine Stagnation nicht
hinaus, während die Eurozone im vierten Quartal um lediglich 0,1
Prozent wuchs. Insbesondere die exportabhängige Industrie hat sich in
den vergangenen Monaten äußerst schwach entwickelt. Besserung ist
wegen der Coronavirus-Krise nicht in Sicht.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für
einen Euro auf 0,83208 (0,83375) britische Pfund, 119,11 (119,21)
japanische Yen und 1,0641 (1,0633) Schweizer Franken fest. Die
Feinunze Gold (31,1 Gramm) wurde am Nachmittag in London mit 1582
Dollar gehandelt. Das waren gut sechs Dollar mehr als am Vortag.



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