Merkel: Schrumpfen natürlicher Lebensräume ist Gefahr für Menschen

28.04.2020 16:10

Berlin (dpa) - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat einen
stärkeren Schutz der natürlichen Lebensräume angemahnt und deutlich
gemacht, dass dies auch im Interesse der Menschen liege. Die
Lebensräume für Tiere und Pflanzen schrumpften, sagte sie am Dienstag
beim Petersberger Klimadialog. «Das hat gravierende Auswirkungen auf
die Artenvielfalt. Und das ist dann auch für uns als Menschen
wiederum eine Bedrohung.»

Merkel wies auf die Erkenntnisse von Wissenschaftlern hin, dass in
den vergangenen Jahrzehnten 60 Prozent aller Infektionskrankheiten
von Tieren auf Menschen übertragen worden seien. «Und das ist
insbesondere auf die verstärkte Nutzung bislang ungestörter
Lebensräume und der damit verbundenen Nähe zu wilden Tieren
zurückzuführen.»

«Es führt also kein Weg vorbei, dass wir beim internationalen Schutz
der Biodiversität und der Wälder vorankommen», betonte die Kanzlerin.

Bis zur 15. UN-Konferenz zur Umsetzung der Biodiversitätskonvention
im kommenden Jahr brauche man einen neuen Rahmen für den Schutz der
Artenvielfalt.

Als eine mögliche Quelle für die aktuelle Corona-Pandemie gilt ein
Wildtiermarkt in der chinesischen Stadt Wuhan. Von dieser Metropole
aus verbreitete sich das Virus um die Welt.



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