Merkel dringt auf Angleichung der Anti-Corona-Regeln in der EU

18.05.2020 18:37

Berlin (dpa) - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat eine
Angleichung der Regeln zur Bekämpfung der Corona-Pandemie innerhalb
der Europäischen Union angemahnt, um den freien Reiseverkehr wieder
zu ermöglichen. Sie regte am Montag nach einem Gespräch mit dem
französischen Präsidenten Emmanuel Macron an, sich dabei an der
deutschen Obergrenze für Neuinfektionen zu orientieren. Danach sollen
aufgehobene Lockerungen rückgängig gemacht werden, wenn die Grenze
von 50 Neuerkrankungen binnen sieben Tagen pro 100 000 Einwohner
überschritten wird. «So muss es auch in anderen Ländern sein, dann
kann man sich gut aufeinander verlassen», betonte Merkel. «Wir müssen

den Mut haben - das wird jetzt das Wichtige sein - nicht einfach auf
Teufel komm raus (.) alle Regionen gleichermaßen zu behandeln»

Merkel stellte die Urlauber darauf sein, dass sie in ihrem Urlaub mit
gewissen Einschränkungen rechnen müssen. «Es wird keine normale
Tourismussaison sein können, es wird eine Tourismussaison im Zeichen
der Pandemie sein. Das ist die Wahrheit. Aber wir wollen so viel wie
möglich natürlich ermöglichen, was verantwortbar ist.»

Außenminister Heiko Maas hatte sich zuvor mit seinen Kollegen aus
zehn der beliebtesten Urlaubsländer der Deutschen darauf verständigt,
auf eine Öffnung der Grenzen für Touristen noch vor Sommerbeginn
hinzuarbeiten. Bei einer Videokonferenz ging es am Montag darum, wie
dafür Grenzkontrollen und Quarantäneregelungen aufgehoben werden
können und die notwendige Hygiene an den Urlaubsorten gewährleistet
werden kann. Maas kündigte nach dem Treffen an, die noch bis zum 14.
Juni weltweit geltende Reisewarnung zunächst nur für die Europäische

Union aufheben und durch individuelle Reisehinweise für die einzelnen
Länder ersetzen zu wollen. Darin soll dann auf die unterschiedlichen
Risiken aufmerksam gemacht werden.



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