Auto-Anmeldungen in EU fallen wegen Corona auf ein Viertel

19.05.2020 13:15

Die Corona-Krise trifft nicht nur den deutschen Automarkt hart. Auch
weltweit sind die Absatzzahlen eingebrochen. Lediglich in China
erholt sich die Situation allmählich.

Brüssel (dpa) - Die Corona-Pandemie hat den weltweiten Autoabsatz
drastisch einbrechen lassen. Allein in der Europäischen Union (EU)
wurden im April lediglich 270 682 Pkw neu zugelassen und damit 76,3
Prozent weniger als im Vorjahresmonat, wie der zuständige
Branchenverband Acea am Dienstag in Brüssel mitteilte. Bereits im
Januar und Februar waren die Zulassungszahlen zurückgegangen, ehe sie
dann im März um mehr als die Hälfte absackten. Der Einbruch im April
im Zuge der sich zuspitzenden Virus-Krise fiel nun nochmals deutlich
stärker aus.

Ein Grund für die Einbrüche waren dem Branchenverband Acea zufolg
e
die geschlossenen Autohäuser während der anhaltenden Pandemie. Jeder
der 27 EU-Märkte habe Rückgänge im zweistelligen Prozentbereich
hinnehmen müssen.

Dem Verband der Automobilindustrie (VDA) zufolge waren die Rückgänge
vor allem in Italien, Spanien und dem nicht mehr zur EU gehörenden

Großbritannien dramatisch. Mit Rückgängen zwischen 97 und 98 Prozen
t
kam der Absatz im April in diesen Ländern «nahezu vollständig zum
Erliegen», hieß es vom VDA. Auch Frankreich verbuchte mit einem
Rückgang von 88,8 Prozent einen heftigen Absturz. In Deutschland
gingen die Neuzulassungen den Angaben zufolge um 61,1 Prozent zurück.

Ein ähnliches Bild zeigte sich laut VDA auch in Industrienationen
außerhalb Europas. So brach der Verkauf von Pkw und leichten
Nutzfahrzeugen in den USA im selben Monat um 47 Prozent auf 707 800
Fahrzeuge ein und damit auf den niedrigsten Stand seit mehr als zehn
Jahren. Ebenfalls drastisch waren die Rückgänge in Brasilien (Minus
77 Prozent) und Japan (Minus 30 Prozent).

In China wiederum, wo die Restriktionen in der Corona-Krise schon vor
mehreren Wochen wieder gelockert wurden, verbesserte sich die Lage
wieder. «Das Marktvolumen ging nur noch um 2 Prozent auf 1,5
Millionen Neufahrzeuge zurück», teilte der VDA mit. Dennoch waren die

Einbrüche im Gesamtzeitraum zwischen Januar bis April mit Minus 35
Prozent ebenfalls dramatisch.

Bei den deutschen Herstellern verzeichnete der VW-Konzern mit all
seinen Fahrzeugmarken im April einen Rückgang von 72,7 Prozent. Bei
Daimler war das Minus mit 78,8 Prozent noch etwas größer, während der

Einbruch bei BMW gegenüber dem Vorjahresmonat bei 65,3 Prozent lag.
Die französischen Autobauer Renault und PSA büßten jeweils rund 80
Prozent ein, der italienisch-amerikanische Autobauer Fiat-Chrysler
sogar fast 90 Prozent.

Seit Jahresbeginn belief sich das Minus bei den EU-Neuzulassungen den
Angaben zufolge auf 38,5 Prozent: Insgesamt wurden 2,75 Millionen Pkw
zugelassen. In drei der vier wichtigsten EU-Märkte - Italien, Spanien
und Frankreich - sanken die Neuregistrierungen um rund die Hälfte. In
Deutschland betrug der Rückgang nach den ersten vier Monaten 31
Prozent.



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