EU-Kommission will verpflichtendes Nährwertlogo für Lebensmittel

19.05.2020 16:37

Brüssel (dpa) - Um Verbrauchern die Wahl im Supermarkt zu
erleichtern, will die EU-Kommission ein verpflichtend Nährwertlogo
für Lebensmittel vorschlagen. Man wolle die Menschen dazu befähigen,
eine gesunde und nachhaltige Wahl zu treffen, heißt es im Entwurf
einer Strategie für nachhaltige Lebensmittel, der der Deutschen
Presse-Agentur vorliegt. Die Brüsseler Behörde will das Papier am
Mittwoch vorstellen.

Deutschland führt ein solches Nährwertlogo bereits ein - allerdings
auf freiwilliger Basis der Hersteller. Die neuen Regeln sollen noch
in diesem Jahr in Kraft treten. Es geht um eine freiwillige
Verwendung des Logos auf der Vorderseite von Fertigprodukten.

Bei dem System handelt es sich um den aus Frankreich stammenden
Nutri-Score, der auch schon in Belgien verwendet wird. Dieser bezieht
neben dem Gehalt an Zucker, Fett und Salz auch empfehlenswerte
Bestandteile wie Ballaststoffe und Proteine in eine Gesamtbewertung
ein und gibt dann einen Wert auf einer fünfstufigen Skala an.

In dem Entwurf des Kommissionspapiers bleiben viele Details offen.
Deutlich wird, dass es um ein verpflichtendes, einheitliches Logo auf
der Vorderseite von Lebensmitteln gehen soll. Zudem soll die
verpflichtende Angabe über die Herkunft von Produkten auf Milch
ausgeweitet werden sowie auf Lebensmittel, die Milch und Fleisch
enthalten. So sollen Verbraucher lokal Produziertes besser erkennen
können und kurze Lieferketten fördern.

Das Nährwertlogo ist Teil der deutlich umfangreicheren «Vom Hof auf
den Teller»-Strategie, die die gesamte Wertschöpfungskette von
Lebensmitteln in den Blick nimmt. Es geht etwa um den Einsatz von
Pestiziden, Antibiotika und Düngemitteln sowie um Tierschutz und
Fischerei. Auch sollen die Menge weggeworfener Lebensmittel und das
Aufkommen an Verpackungsmüll reduziert werden. Allerdings legt die
EU-Kommission am Mittwoch noch keine Gesetzesvorschläge vor, sondern
skizziert nur ihre Pläne.



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