Inflation in der Eurozone sinkt noch stärker als erwartet

20.05.2020 11:31

Luxemburg (dpa) - Die Inflation in der Eurozone ist im April noch
stärker zurückgegangen als erwartet. Wie das Statistikamt Eurostat am
Mittwoch in Luxemburg mitteilte, lagen die Verbraucherpreise 0,3
Prozent höher als ein Jahr zuvor. Im März hatte die Inflationsrate
0,7 Prozent betragen. In einer ersten Schätzung war noch ein Anstieg
von 0,4 Prozent ermittelt worden. Volkswirte hatten mit einer
Bestätigung der ersten Schätzung gerechnet. Im Monatsvergleich
erhöhten sich die Lebenshaltungskosten um 0,3 Prozent.

Günstiger als im Vorjahresmonat war vor allem Energie, für die 9,7
Prozent weniger bezahlt werden musste. Deutlich teurer wurden dagegen
Lebensmittel. Die Preise unverarbeiteter Nahrungsmittel stiegen im
Schnitt um 7,6 Prozent zum Vorjahresmonat. Dienstleistungen und
Industriegüter verteuerten sich dagegen deutlich schwächer. Die
Kerninflation ohne Energie und Lebensmittel betrug 0,9 Prozent.

Die Inflation liegt damit deutlich unter dem Zielwert der
Europäischen Zentralbank (EZB) von mittelfristig knapp zwei Prozent.
Experten gehen davon aus, dass sie sich in den kommenden Monaten
wegen der schweren Rezession weiter abschwächt. Die jüngste Erholung
der Rohölpreise dürfte jedoch leicht stützend wirken.



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