) Chamenei veröffentlicht Bild zu «Endlösung» - Zorn in Israel und US A

21.05.2020 16:54

Teheran/Tel Aviv (dpa) - Irans oberster Führer Ali Chamenei hat mit
einem Bild zur «Endlösung» in Jerusalem international scharfe Kritik

ausgelöst. Die Zeichnung unter dem Motto «Palästina wird frei sein»

zeigt den Jerusalemer Tempelberg. Darüber steht: «Die Endlösung:
Widerstand bis zu einem Referendum.» Anlass ist der Al-Kuds-Tag am
Freitag, der an die Besetzung Ost-Jerusalems durch Israel während des
Sechstagekrieges 1967 erinnert. Al-Kuds ist der arabische Name für
Jerusalem.

Auf dem Bild auf Chameneis Webseite sind feiernde Soldaten mit
Palästinenserflaggen sowie Menschen mit Fahnen der islamistischen
Organisationen Hamas und Hisbollah vor der Al-Aksa-Moschee zu sehen.
Der Tempelberg (Al-Haram al-Scharif/Das edle Heiligtum) ist Muslimen
und Juden heilig.

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu verurteilte die
Veröffentlichung scharf. «Chameneis Drohungen, die «Endlösung» ge
gen
Israel umzusetzen, erinnern an die «Endlösung» der Nazis zur
Vernichtung des jüdischen Volkes», schrieb Netanjahu im sozialen
Netzwerk Twitter.

Auch US-Außenminister Mike Pompeo verurteilte «Chameneis widerliche
und hasserfüllte antisemitische Bemerkungen». Pompeo twitterte, der
Iran sei weltweit führend in der Unterstützung von Terrorismus und
Antisemitismus. Chamenei leugne den Holocaust, schicke «Geld und
Waffen an anti-israelische Terroristen und hat sich nun auf den
Nazi-Aufruf zur Endlösung berufen», schrieb Pompeo. Auch der
EU-Außenbeauftragte Josep Borrell reagierte empört und verurteilte
Chameneis Äußerungen aufs Schärfste. «Das ist eine Bedrohnung für

internationalen Frieden und Sicherheit», schrieb er auf Twitter. Die
Sicherheit Israels sei für die EU von herausragender Bedeutung.

Chamenei hatte auf Twitter geschrieben: «Wir werden jede Nation oder
Gruppe, die gegen das zionistische Regime ist und es bekämpft,
unterstützen.» Die «Eliminierung des zionistischen Regimes» bedeute

nicht die der Juden, schrieb er. Es bedeute vielmehr, ein
«aufgedrängtes Regime» wie das Netanjahus abzuschaffen.
«Muslimischen, christlichen und jüdischen Palästinensern sollte
erlaubt werden, ihre eigene Regierung zu wählen. Dies ist mit der
Eliminierung Israels  gemeint und dies wird auch passieren.»

Bei der Wannsee-Konferenz in Berlin hatten 1942 fünfzehn ranghohe
Vertreter des NS-Staats darüber beraten, wie die sogenannte Endlösung
der Judenfrage - die millionenfache Ermordung der europäischen Juden
- möglichst effektiv umgesetzt werden kann.



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