Schlechte Noten bei Luftverschmutzung: Deutschland muss nachlegen

26.06.2020 14:29

Brüssel (dpa) - Im Kampf gegen Luftverschmutzung wird Deutschland
wichtige Ziele für 2030 nach einer Analyse der EU-Kommission nicht
schaffen und muss deshalb nachsteuern. Das betrifft Schadstoffe wie
Stickoxide, Feinstaub, Ammoniak und Flüchtige Organische
Verbindungen. Auch die meisten anderen EU-Staaten müssen aus Sicht
der Kommission mehr tun. «In ganz Europa setzen sich immer noch zu
viele Bürger nur durch Atmen der Luft einem Risiko aus», warnte
Umweltkommissar Virginijus Siinkevicius am Freitag.

Die EU hat sich vorgenommen, die Luftschadstoffe bis 2030 im
Vergleich zu 2005 um die Hälfte zu reduzieren. Die 27 EU-Staaten
müssen detaillierte Pläne vorlegen, wie sie den Ausstoß der einzelnen

Schadstoffe drücken wollen. Die Kommission überprüft die Pläne und

schlägt Alarm, wenn die Maßnahmen absehbar nicht ausreichen.

Das gilt nach der Analyse der Brüsseler Behörde für die Mehrzahl der

Länder. «Bei den meisten Mitgliedsstaaten besteht das Risiko, die
Reduktionsziele für Emissionen 2020 oder 2030 nicht zu erreichen»,
erklärte die Kommission. Besondere Anstrengungen seien in der
Landwirtschaft nötig, um die Verschmutzung mit Ammoniak zu drücken.
Das sei die häufigste und schwierigste Herausforderung.

Nach der Analyse der Kommission liegt Deutschland für das
Zwischenziel 2020 mit den bisher eingeleiteten Maßnahmen einigermaßen
im Plan. Die Ausnahme auch hier: Ammoniak, das in der Landwirtschaft
bei Zersetzung abgestorbener Pflanzen und Gülle entsteht.

Für 2030 sieht die Kommission jedoch ein «mittleres Risiko», dass
Deutschland die Ziele nicht nur für Ammoniak, sondern auch für
Stickoxide, Feinstaub und Flüchtige Organische Verbindungen ohne
Methan verfehlt. Positive Ausnahme hier ist Schwefeldioxid: Das Ziel
für 2030 dürfte dem Bericht zufolge erreicht werden.



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