Krise im östlichen Mittelmeer - Mitsotakis spricht mit Erdogan

26.06.2020 15:31

Athen (dpa) - Erste Anzeichen einer Entspannung zwischen Griechenland
und der Türkei: Der griechische Regierungschef Kyriakos Mitsotakis
hat am Freitag telefonisch mit dem türkischen Präsidenten Recep
Tayyip Erdogan gesprochen. Dies teilte das Büro des griechischen
Regierungschefs mit.

Die beiden Spitzenpolitiker hätten sich darauf geeinigt, «die
bilateralen Kommunikationskanäle aufrecht zu erhalten», hieß es in
einer Erklärung Athens. Zudem hätten sie über die Folgen der
Coronavirus-Pandemie und den Tourismus gesprochen. Es sei der erste
Kontakt nach Monaten der «Funkstille» zwischen Athen und Ankara,
meinten Kommentatoren griechischer Medien.

Seit mehreren Monaten herrscht in den griechisch-türkischen
Beziehungen eisige Kälte. Starke Marineverbände der beiden
Nachbarstaaten patrouillieren im östlichen Mittelmeer. In der Luft
kommt es zu Scheingefechten zwischen Kampfbombern Griechenlands und
der Türkei. Die türkische Luftwaffe überfliegt fast täglich
griechische Inseln in geringer Höhe. Die beiden Nato-Staaten streiten
sich seit Jahrzehnten um Hoheitsrechte in der Ägäis und vermutete
reiche Erdgasvorkommen im östlichen Mittelmeer südlich von Kreta.

Im März hatte Erdogan die Grenze zu Griechenland und damit zur EU für
Migranten für offen erklärt. Daraufhin machten sich Tausende Menschen
auf den Weg gen Westen. Die griechischen Sicherheitskräfte hinderten
die Migranten, in die EU zu kommen. EU-Kommissionspräsidentin Ursula
von der Leyen hatte sich damals bei den Griechen dafür bedankt, der
«europäische Schild» zu sein.



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