Die Welt gegen Corona: Staaten sagen weiteren Milliardenbetrag zu

27.06.2020 18:57

Miley Cyrus, Justin Bieber, Angela Merkel und Emmanuel Macron:
Weltstars engagieren sich gemeinsam mit Staats- und Regierungschefs
im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Am Ende steht eine zehnstellige
Zahl.

Brüssel/New York (dpa) - Beim internationalen Spendenmarathon für
Impfstoffe und Behandlungen gegen die Lungenkrankheit Covid-19 sind
neue Hilfszusagen in Höhe von 6,15 Milliarden Euro zusammengekommen.
Allein die EU-Kommission und Deutschland sagten am Samstag bei einer
virtuellen Geberkonferenz zusammen knapp 5,3 Milliarden Euro zu.
Weitere Großspenden kamen zum Beispiel aus den USA und Kanada.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sprach von einem
unglaublichen Ergebnis. Der Spendenmarathon sei ein bewegender und
gleichzeitig greifbarer Moment der Einigkeit zwischen Bürgern,
Regierungen, Philanthropen, Gesundheitsorganisationen und
Wirtschaftsführern.

Von der Leyen hatte die Geberkonferenz zusammen mit der New Yorker
Nichtregierungsorganisation Global Citizen organisiert. Zum Abschluss
sollte es am Abend noch ein großes Online-Konzert mit Künstlern wie
Miley Cyrus, Coldplay, Shakira und Justin Bieber geben.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte bei der Konferenz konkret
zusätzliche 383 Millionen Euro zu, während von der Leyen weitere 4,9
Milliarden Euro an EU-Mitteln ankündigte. «Ich bin der festen
Überzeugung: Impfstoffe, Tests und Medikamente müssen weltweit
verfügbar, bezahlbar und zugänglich sein», erklärte Merkel in ihrer

Videobotschaft zum deutschen Beitrag.

Bereits am 4. Mai hatte Deutschland einen Beitrag von 525 Millionen
Euro für die Impfstoffallianz CEPI, die Globale Impfallianz GAVI, die
Weltgesundheitsorganisation WHO und verschiedene
Produktentwicklungspartnerschaften zugesagt. Insgesamt waren bei dem
Spendenmarathon schon vor der Konferenz am Samstag knapp zehn
Milliarden Euro zusammengekommen.

Die nun von der EU-Kommission zugesagten Mittel sollen als Kredite
und Garantien fließen, die deutschen Gelder als Zuschüsse.

Das Online-Konzert am Abend sollte um 20 Uhr beginnen und weltweit im
Internet zu sehen sein. Neben Musikern waren auch Gastauftritte
anderer Stars geplant. Angekündigt waren zum Beispiel die
Schauspielerinnen Kerry Washington und Charlize Theron,
Ex-Fußballprofi David Beckham und das frühere Top-Model Naomi
Campbell. Moderiert werden sollte der Abend von dem Schauspieler
Dwayne «The Rock» Johnson.

Wann Impfstoffe und wirksame Arzneien gegen das Coronavirus
einsatzbereit sein werden, ist derzeit noch unklar. Die weltweit für
den Kampf gegen die Pandemie benötigten Mittel wurden zuletzt
allerdings von UN-Generalsekretär Antonio Guterres auf rund 40
Milliarden US-Dollar (36 Mrd Euro) geschätzt.

Der britische Premierminister Boris Johnson sagte in seiner
Videobotschaft zur Geberkonferenz, das Rennen um einen Impfstoff,
bessere Behandlungsmethoden und schnelle, verlässlichere Tests müsse
weitergehen. Britische Forscher hätten mit dem Entzündungshemmer
Dexamethason einen lebensrettenden Durchbruch bei der Behandlung
erreicht.

Zudem seien Tests mit Impfstoffen von Wissenschaftlern der
Universität Oxford und des Imperial College London in einer
fortgeschrittenen Phase. Sobald es einen Impfstoff gebe, müsse
sichergestellt werden, dass er wirklich für alle verfügbar sei, sagte
Johnson.

Nach Angaben von Bundesentwicklungsminister Gerd Müller soll mit den
deutschen Hilfsgeldern unter anderem das Gesundheitspersonal in
Entwicklungsländern mit Schutzausrüstung, Desinfektionsmitteln und
Testkits versorgt werden. Zudem würden Labore und lokale
Gesundheitszentren profitieren. Es gehe darum, «lebensrettende
Arbeit» sicherzustellen, kommentierte der CSU-Politiker.



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