Johnson: Werden auch Brexit ohne Anschlussabkommen in Kauf nehmen

27.06.2020 20:13

London/Warschau (dpa) - Kurz vor dem Start der neuen Gesprächsrunde
über ein Brexit-Anschlussabkommen hat der britische Premierminister
Boris Johnson erneut seine Bereitschaft zum harten Bruch mit der EU
bekräftigt. Das machte Johnson bei einem Telefonat mit dem polnischen
Regierungschef Mateusz Morawiecki am Samstag deutlich, wie der
Regierungssitz Downing Street mitteilte.

Großbritannien werde «konstruktiv verhandeln», sagte Johnson der
Mitteilung zufolge, aber sei genauso bereit, nach der Übergangsphase
im gegenseitigen Handel auf die Regeln der Welthandelsorganisation
WTO zurückzugreifen.

Bislang waren die Verhandlungen zwischen Brüssel und London
weitgehend ergebnislos verlaufen. Am Montag soll eine neue
intensivierte Gesprächsrunde beginnen.

Großbritannien war Ende Januar aus der EU ausgetreten. In einer
Übergangsfrist bis zum Jahresende gehört das Land aber noch zum
EU-Binnenmarkt und zur Zollunion, so dass sich im Alltag fast noch
nichts geändert hat. Gelingt kein Vertrag über die künftigen
Beziehungen, könnte es Anfang 2021 zum harten wirtschaftlichen Bruch
mit Zöllen und anderen Handelshemmnissen kommen. Eine Verlängerung
der Übergangsphase wäre noch bis Ende Juni möglich, wurde aber von
der britischen Seite ausgeschlossen.



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