Klöckner: Fischbestände haben sich verbessert - Aber nicht am Ziel

29.06.2020 18:35

Zagreb (dpa) - Nach den deutlichen Einschnitten für Fischer in diesem
Jahr beobachtet Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner eine
positive Entwicklung. «Wir sehen, dass die Bestände besser geworden
sind, also nachhaltiger gefischt worden ist», sagte die
CDU-Politikerin am Montag am Rande einer Videokonferenz mit ihren
EU-Kollegen. «Aber wir sind noch lange nicht am Ziel.»

Der Anteil nachhaltig bewirtschafteter Bestände sei 2020 weiter
gestiegen und liege nun bei 80 Prozent. Es müssten jedoch alle
Bestände auf dieses Niveau kommen. «Dabei müssen die vielfältigen
Ursachen in Betracht genommen werden, genauso wie die Anliegen der
Küstenfischer und ihrer Familien - sie leben davon.»

Nach Einigungen der EU-Fischereiminister mussten deutsche Fischer in
diesem Jahr vor allem in der Ostsee deutliche Einschränkungen
hinnehmen. So wurde etwa beim für Deutschland wichtigen westlichen
Hering die erlaubte Fangmenge um 65 Prozent reduziert. Beim
westlichen Dorsch waren es minus 60 Prozent. Für die Nordsee wurde
die erlaubte Kabeljau-Fangmenge um 50 Prozent gesenkt. Der
Makrelen-Fang konnte hingegen deutlich ausgeweitet werden.

Die EU-Fischereiminister legen in jedem Jahr die sogenannten
zulässigen Gesamtfangmengen fest. Die EU-Kommission macht dafür
Vorschläge auf der Grundlage wissenschaftlicher Empfehlungen, in
denen der Zustand einzelner Bestände untersucht wird. Ein Bestand ist
eine Fischart in einem bestimmten Gebiet.

Deutschland übernimmt am Mittwoch turnusgemäß die
EU-Ratspräsidentschaft von Kroatien. Somit wird Klöckner die Treffen
mit ihren EU-Kollegen im kommenden halben Jahr leiten. Für die
Videokonferenz am Montag reiste sie nach Zagreb.



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