Syrien-Konferenz soll neue Nothilfe auf den Weg bringen

29.06.2020 19:02

Brüssel (dpa) - Vertreter von mehr als 80 Staaten und Organisationen
wollen an diesem Dienstag (10.00 Uhr) bei einer Online-Geberkonferenz
über neue Hilfen für das Bürgerkriegsland Syrien beraten. Ziel ist
vor allem, Unterstützung für die notleidende Zivilbevölkerung und die

zahlreichen Syrien-Flüchtlinge in benachbarten Ländern zu
organisieren. Zudem soll zumindest am Rande auch darüber gesprochen
werden, wie die Bemühungen um eine friedliche Lösung des
Syrien-Konflikts gefördert werden können. Für die Bundesregierung
nimmt Außenminister Heiko Maas an der von der EU und den Vereinten
Nationen organisierten Konferenz teil.

Ein offizielles Ziel für Hilfszusagen gibt es in diesem Jahr nicht.
Dies dürfte bedeuten, dass mit einer geringeren Summe als bei der
Konferenz im vergangenen Jahr gerechnet wird. Damals waren für 2019
rund 6,2 Milliarden Euro und für die Zeit danach 2,1 Milliarden Euro
zugesagt worden.

In dem seit mehr als neun Jahren andauernden Bürgerkrieg in Syrien
gab es nach Schätzungen bereits mehr als 400 000 Tote, Millionen
Menschen sind weiter auf der Flucht. Alle Versuche, einen politischen
Übergang auf den Weg zu bringen, scheiterten bisher. Die Regierung
von Präsident Baschar al-Assad kontrolliert mittlerweile wieder einen
Großteil des Landes .

Zuletzt sorgte eine schwere Wirtschaftskrise für zusätzliche Not. Das
syrische Pfund hat in den vergangenen Monaten massiv an Wert
verloren. Die Corona-Pandemie und neue US-Sanktionen haben die Lage
weiter verschärft. Nach Angaben der EU waren zuletzt 11,7 Millionen
Menschen in Syrien auf humanitäre Hilfe angewiesen. Die Zahl der ins
Ausland geflüchteten Syrrer wird auf 5,6 Millionen geschätzt.



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