«Moralische Pflicht»: Macron will ehrgeizigen Kampf fürs Klima

29.06.2020 20:04

Meseberg (dpa) - Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sieht im Kampf
gegen den Klimawandel eine «moralische Pflicht» und fordert mehr
Ehrgeiz. Man müsse die Klimaziele in Europa für 2030 anheben, sagte
der 42-Jährige am Montag nach einem Treffen mit Bundeskanzlerin
Angela Merkel (CDU) im Gästehaus der Bundesregierung, Schloss
Meseberg nördlich von Berlin. «Wir arbeiten, wie bereits erwähnt,
daran, Anreize für unsere Unternehmen und Bürger zu schaffen, ihr
Verhalten zu ändern.», sagte Macron. Das Ziel sei, das Klimaabkommen
von Paris einzuhalten. «Da sind wir heute noch nicht.»

Erst am Sonntag hatte es bei der Endrunde der Kommunalwahlen in
Frankreich eine «grüne Welle» gegeben. Grüne und ihre Verbündeten

eroberten die Rathäuser großer Städte wie Straßburg, Lyon oder
Bordeaux - eine Schlappe für Macron und die Mitte-Regierung. Das
Wahlergebnis kommentierte Macron nicht weiter. Er betonte jedoch,
dass ökologische Ambitionen nicht von Wahlen abhängen sollten. Sie
seien stattdessen eine Notwendigkeit für die Menschheit.

Am Vormittag hatte Macron in Paris 150 Bürgerinnen und Bürgern
empfangen, die neun Monate lang an Vorschläge für einen besseren
Klimaschutz gearbeitet hatten. Dabei erklärte er sich bereit, die
Bevölkerung vom kommenden Jahr an über bestimmte Fragen des
Klimaschutzes abstimmen zu lassen.



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