Bericht: Bald schwimmende Barrieren gegen Migranten vor Lesbos

30.06.2020 17:34

Athen (dpa) - Die griechische Regierung will einem Bericht zufolge
Migranten demnächst mit schwimmenden Barrieren daran hindern, von der
Türkei nach Lesbos überzusetzen. Der Plan sei bereits im
Januar entworfen worden und die Kunststoffbarrieren damals bestellt
worden. In den kommenden Tagen sollen sie nun vor der Insel Lesbos
installiert werden, berichtete das Nachrichtenportal «Real» am
Dienstag. Kreise der Küstenwache wollten diese Nachricht am Dienstag
weder bestätigen noch dementieren.   

Athen hat seit März scharfe Überwachungsmaßnahmen entlang der
gesamten Grenzlinie mit der Türkei eingerichtet. Sie sind eine Folge
der Politik des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Dieser
hatte im März die Grenze zu Griechenland und damit zur EU für
Migranten für offen erklärt. Daraufhin machten sich Tausende Menschen
auf dem Weg gen Westen. Die griechischen Sicherheitskräfte hatten
damals Übertritte verhindert. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von
der Leyen hatte sich bei den Griechen dafür bedankt, der «europäische

Schild» zu sein.

Die konservative griechische Regierung hat in den vergangenen Monaten
Asylverfahren beschleunigt und Hunderte neue Grenzpolizisten
eingestellt. Zudem baut sie einen Zaun entlang der Landesgrenze mit
der Türkei aus. Migrationsminister Notis Mitarakis sagt immer wieder,
die Regierung sei von der Verfassung dazu verpflichtet, die Grenzen
des Landes und der EU auch im Meer zu schützen: «Wir können kein
offenes Feld ohne Grenzen sein».  Menschenrechtler kritisieren dieses

Vorgehen als «Pushback» (Zurückweisung).



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