Spanien und Italien drücken bei Corona-Hilfsfonds aufs Tempo

08.07.2020 16:23

Madrid (dpa) - Die Regierungschefs Italiens und Spaniens, Giuseppe
Conte und Pedro Sánchez, haben eine rasche Einigung auf den geplanten
EU-Milliardenfonds für den Wiederaufbau nach der Corona-Pandemie
gefordert. «Juli muss der Monat einer Einigung werden», sagte Sánchez

am Mittwoch bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Conte in
Madrid. Auch Conte mahnte erneut zur Eile. Beide Politiker bezogen
sich auf den EU-Gipfel am Freitag und Samstag kommender Woche. Dabei
soll ein Kompromiss mit den vier sogenannten sparsamen Ländern
Schweden, Dänemark, Niederlande und Österreich gesucht werden. Sie
sträuben sich bisher gegen den von Deutschland und Frankreich
unterstützten Plan, Ländern wie Italien und Spanien mit nicht
rückzahlbaren Zuschüssen unter die Arme zu greifen, statt nur Kredite
zu gewähren.

Italien und Spanien sind jedoch schon jetzt hoch verschuldet und in
Europa mit am härtesten von der Pandemie getroffen. Nach einer am
Vortag von der EU-Kommission vorgelegten Prognose könnte Italien
dieses Jahr einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um 11,2 Prozent
erleiden, bei Spanien wären es demnach 10,9 Prozent. Beide Länder
benötigen dringend Geld, um die sozialen und wirtschaftlichen Folgen
etwas abzufedern.

Sánchez kündigte an, er werde sich kommende Woche mit den
Regierungschefs Schwedens und der Niederlande, Stefan Löfven und Mark
Rutte, sowie mit Bundeskanzlerin Angela Merkel treffen. Genaue
Termine nannte er nicht.



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