EU-Parlament gibt grünes Licht für Nominierung von EBA-Direktor

08.07.2020 20:41

Brüssel (dpa) - Das Europaparlament hat mit einer knappen Mehrheit
die Nominierung von François-Louis Michaud für den Posten des
Exekutivdirektors der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde EBA
durchgewunken. 343 Abgeordnete sprachen sich am Mittwoch in Brüssel
in einer geheimen Abstimmung für die Nominierung des Franzosen aus,
296 stimmten dagegen. Das EU-Parlament hatte zuvor wiederholt eine
Frau für die Position an der Spitze der Behörde für
Finanzmarktaufsicht gefordert.

Der zuständige Wirtschafts- und Währungsausschusses des
Europaparlaments hatte die Nominierung Michauds in der vergangenen
Woche mit knapper Mehrheit abgelehnt. Im Januar dieses Jahres war
bereits der Ire Gerry Cross im Ausschuss und im Plenum durchgefallen.

Der Europa-SPD-Politiker Joachim Schuster kritisierte vor der
Abstimmung die fehlende Geschlechterparität in den Vorständen und
Aufsichtsgremien der europäischen Behörden für Wirtschafts- und
Währungspolitik. «Ich bin es leid, die immer gleichen fadenscheinigen
Ausreden zu hören, warum im Finanzsektor angeblich keine
qualifizierten Kandidatinnen für Aufsichtsposten gefunden werden
können. Das ist peinlich», so Schuster.

Zuletzt hatte es Aufsehen um die Behörde wegen des Wechsels des
ehemaligen EBA-Exekutivdirektor Adam Farkas zu einer
Finanzlobby-Vereinigung gegeben. Die EBA (European Banking Authority)
war 2011 gegründet worden und hatte ihren Sitz zunächst in London,
inzwischen in Paris.



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