Nitratbelastung im Grundwasser weiterhin zu hoch

09.07.2020 10:28

Berlin (dpa) - Das Grundwasser in Deutschland ist weiterhin an vielen
Stellen zu stark mit Nitrat belastet. Das zeigt der Nitratbericht der
Bundesregierung, der sich auf den Zeitraum 2016 bis 2018 bezieht.
Demnach lag in mehr als jeder vierten Grundwasser-Messstelle (26,7
Prozent) in landwirtschaftlichen Gebieten der Wert über der von der
EU vorgegebenen Grenze von 50 Milligramm pro Liter. Im vorigen
Bericht zum Zeitraum 2012 bis 2015 waren es noch 28,2 Prozent der
Messstellen. Umwelt-Staatssekretär Jochen Flasbarth sagte der «Neuen
Osnabrücker Zeitung», der Bericht zeige, dass es richtig gewesen sei,
die Dünge-Vorgaben für Landwirte zu verschärfen.

Alle vier Jahre müssen die EU-Staaten Daten zur Nitratbelastung ihres
Grund- und Oberflächenwassers liefern. Auf Druck der EU und nach
langem Streit zwischen Umwelt- und Agrarministerium hatte Deutschland
das Düngerecht im Frühjahr verschärft. Andernfalls hätten
Strafzahlungen an Brüssel von bis zu 850 000 Euro am Tag gedroht.
Unter anderem aus Dünger wie etwa Gülle gelangt Nitrat in den Boden,
das gut fürs Pflanzenwachstum ist. Zu viel davon kann die Natur aus
dem Gleichgewicht bringen. Zudem können aus Nitrat
gesundheitsgefährdende Nitrite entstehen.

Im Vergleich zum vorherigen Bericht stellten die Experten eine
«leichte Abnahme» der Nitratgehalte im landwirtschaftlich
beeinflussten Grundwasser fest, Verbesserungen gab es demnach vor
allem an den hoch belasteten Messstellen. Im gesamten deutschen
Messnetz, zu dem auch Wald- und Siedlungsgebiete gehören, wird der
EU-Grenzwert nur an 17,3 Prozent der Messstellen überschritten.

Fachmedien hatten schon vergangene Woche über die Zahlen berichtet.
Der Deutsche Bauernverband hatte die Ergebnisse als tendenziell
positiv bewertet, weil die Werte gesunken waren.



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