Drogenherstellung im «industriellen Maßstab» wird zur Umweltlast

24.07.2020 15:11

Brüssel (dpa) - Die illegale Herstellung synthetischer Drogen im
«industriellen Maßstab» wächst sich aus Sicht der EU-Kommission auc
h
zum Umweltproblem aus. Jährlich würden tonnenweise chemische Abfälle

illegal entsorgt, heißt es in einem am Freitag veröffentlichten
Aktionsplan gegen Drogen in Europa. Bei der Herstellung von einem
Kilogramm Amphetamine fielen bis zu 30 Kilogramm Abfälle an. Hinzu
kämen Chemikalien aus der Herstellung von Vorprodukten.

Insgesamt entwickle sich Europa vom Kontinent der Drogennutzer zum
Exporteur von Rauschgiften, sagte die für Sicherheit zuständige
EU-Kommissarin Ylva Johansson. «Wir produzieren synthetische Drogen
(...) im industriellen Maßstab in der Europäischen Union.» Der
Drogenhandel sei die wichtigste Geldquelle für die rund 5000
Verbrecherorganisationen in der EU, mit denen Korruption,
Auftragsmorde und andere Straftaten finanziert würden. Die illegalen
Umsätze werden auf 30 Milliarden Euro geschätzt. Allein 100 Tonnen
Kokain seien im vergangenen Jahr beschlagnahmt worden, sagte
Johansson.

Der neue Anti-Drogen-Plan soll helfen, die Bürger binnen fünf Jahren
spürbar besser gegen die vielfältigen Gefahren des Drogengeschäfts zu

schützen - von Gesundheitsrisiken, über Gewaltkriminalität,
Korruption und Drogenmissbrauch in Gefängnissen bis hin zu den
Umweltlasten. Die EU-Kommission kann dabei aber nur koordinieren. Sie
stellte «strategische Prioritäten» vor, an denen sich die EU-Staaten

ausrichten sollen, darunter der verstärkte Kampf gegen
Drogenkartelle, der Ausbau von Gesundheitsvorsorge sowie
Therapieplätzen.



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